Ich hab’ ja schon immer gesagt, dass Kassel das Ende der Welt ist und dass man sich da höchstens begraben lassen kann. Außer einem berühmten Radiosender (Bob) ist da doch nix, oder? Doch. Eine Ausstelleung über – was sonst – den Tod. Und zwar in der Rockmusik. So wie das auf dem Bild oben Josh Kirby festgehalten hat (Tod auf Harley mit E-Gitarre).
Zu sehen ist die Schau im Museum für Sepulchralkultur. Was es nicht alles gibt. Das Wort, das an die Metalband Sepultura erinnert, ist vom lateinischen “sepulcrum” (Grab, Grabstätte) abgeleitet. Die Sepulkralkultur schaut nicht nur auf Grab, Grabmal und Beisetzungsstätte, sondern untersucht alle kulturellen Erscheinungsformen, die mit Totenbestattung und Totengedenken zusammenhängen: Kirchhöfe und Friedhöfe in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen, Grabmale, Texte wie Leichenreden, Totengedenk- und Gebetbücher sowie Inschriften, Gegenstände des Totengedenkens sowie Sterbe- und Bestattungsbrauchtums, aber auch Werke von Künstlerinnen und Künstlern.
Nun also Tod und Sterben in der Rockmusik. Die Schau trägt den Titel „The sun ain’t gonna shine anymore“. Das geht auf die Gruppe Joy Division zurück, die nach dem Selbstmord ihres Sängers Ian Curtis den Die-Sonne-wird-nicht-mehr-scheinen-Song neu interpretierten.
Von Janis bis Cooper
In der Schau richtet sich der analytische Blick der Friedhofsfetischisten auf das Verhältnis von Musik, Rock-Szene und Jugendbewegung zur existenziellen Erfahrung von Tod. Zu bestaunen sind rund 200 Platten, Portraits von Musikern und Songs aus den 50er Jahren bis heute, die sich mit dem Thema Tod verbinden lassen. Außerdem dokumentieren die Macher rund 60 Liedtexte und 30 Videos von musikalischen Größen wie Janis Joplin, The Doors oder Alice Cooper.
Die Ausstellung ist von 29. Mai bis 12. September dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eröffnung mit klugen Ansprachen und einem Konzert ist am Freitag, 28. Mai, um 19.30 Uhr. Es handelt sich um eine Lesung mit Live-Vortrag ausgewählter Songs von Janis Joplin, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Brian Jones, Kurt Cobain und Alexandra. Mit Jens Briskorn (Stimme, Konzept), Jan-Hendrik Martin (Gitarre), Anne-Sophie Mundt (Geige), Frank Schauer (Percussion), Tosh Leykum (Video-Projektionen) und als Gast Henning Chadde (Erzähler).
Telefonische Anmeldung ist empfehlenswert:
Museum für Sepulkralkultur
Weinbergstraße 25-27 | 34117 Kassel | T. 0561 91893 0

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