Der sinkkasten verjüngt sich. Geschäftsführer Rudi Link hat sich zwei frische Kräfte zur Unterstützung ins Team geholt. Ab sofort übernimmt Nina Kreusel (31 Jahre alt und links auf dem Bild) das Booking. Elise Henning kümmert sich ums Büro.
Die 28-jährige Henning ist keine Unbekannte im Club. Sie hat schon vor ihrer Babypause im Büro geholfen. Überdies ist die Nichte von Link bereits als kleines Kind zu Besuch im sinkkasten gewesen. „Allerdings nur tagsüber“, sagt sie. Nun ist sie voller Tatendrang zurück.
Doch nicht nur die Gesichter im Büro werden frischer. Auch das Programm soll jünger werden. Das heißt aber nicht, dass der sinkkasten alles Bewährte über Bord werfen wird. Die Samstag-Abend-Disko bleibt auf alle Fälle erhalten. Ebenso die Reihe „sinkkasten-Classics“.
Vor allem dem Grundprinzip des Clubs im ersten Stock eines Bürogebäudes will das Team treu bleiben. „Der sinkkasten ist Sammelbecken für alle“, sagt Rudi Link. Und Nichte Elisa ergänzt: „Jeder ist bei uns willkommen, wir wollen so viele Menschen wie möglich ansprechen.“
Mehr junge Bands
Und gerade darum soll die Jugend wieder stärker in den Blick rücken als früher. „Es soll einfach mehr passieren für Leute in unserer Altersgruppe“, sagt Henning. Das wird ab September der Fall sein. Das Programm weist künftig mehr junge Bands auf als zuvor.
Auffälligste Änderung ist aber der Name: Der gute alte sinkkasten wird zum sinkkasten arts club. Damit einhergehend: die neue Internetseite, die bereits parallel zur alten geschaltet ist.
Das Wörtchen „arts“ ist dabei kein bloßer Zufall. Neben der Musik soll auch die Kunst an der Brönnerstraße 5 – 9 eine Plattform erhalten. Das heißt, dass vermehrt Musiker aus dem Kunst-Milieu im arts club aufspielen. Autoren könnten Lesungen abhalten. Auch die Wände des Café-Bereichs könnten demnächst ein paar Bilder zieren. Selbstverständlich werde es auch die eine oder andere Vernissage dazu geben, sagt Nina Kreusel.
Sonntags auf einen Kaffee in den sinkkasten
Auf der Rückseite des gedruckten Monatsprogramms will das neue Team immer einen lokalen Künstler vorstellen. „Die Flyer sollen Sammlerobjekte werden“, sagt Kreusel dazu.
Wer die Kunstwerke auch mal bei Tageslicht bestaunen möchte, kann das ab Oktober immer sonntags nach 14 Uhr tun. „Zumindest in den Wintermonaten“, sagt Kreusel, wird der Club dann zu einem richtigen Caféhaus. Das macht den sinkkasten auch für Familienausflüge attraktiv. Ganz ohne Musik geht das natürlich auch nicht. Ein DJ untermalt den Kaffeegenuss mit sanfter Lounge-Musik.
Man darf also gespannt sein. Zumal dem sinkkasten 2011 zwei große Jahrestage ins Haus stehen. Im April feiert der Club seinen 40. Geburtstag. „Und ich werde 60“, sagt Link. Allerdings nicht beides an einem Tag. Der Zukunft sieht Link jedenfalls entspannt entgegen. „Die beiden haben gute Ideen“, sagt er. Und: „Wenn man etwas anders machen will, müssen das auch andere Leute tun.“ Man selbst sei „so in einer Schiene drin. Da kommt man schwer raus.“

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