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Grammy-Regelwerk wird geändert

Gehörte in diesem Jahr zu den großen Abräumern: Die Band "Lady Antebellum." Foto: dapd

Zum ersten Mal in der langen Geschichte der Musik-Oscars, hat die Recording Academy eine weitreichende Regeländerung eingeleitet. Ziel ist es, die aufgeblähte  Gala etwas  zu entschlacken und an die heutigen Gegebenheiten anzupassen. Bei der diesjährigen Preisverleihung wurde der Grammy in insgesamt 109 Kategorien verliehen. Viel zu viele, findet die Recording Academy. Künftig soll es bei der Grammy-Verleihung nur noch 78 Kategorien geben. Im Zuge dieser Entwicklung werden beispielsweise die Kategorien “Best Hard Rock Performance” und “Best Metal Performance” – ähnlich wie bei den MTV-Awards – zu einer Kategorie zusammengefasst.

Laut einer Presseerklärung von Academy-Präsident Neil Portnow, Academy-Emeritus Jimmy Jam und Vize-Präsident Bill Freimuth wird die Zusammenlegung von ähnlichen Kategorien nicht die einzige Veränderung sein, die ab 2012 ins Haus steht: Künftig sollen es pro Kategorie 40 Künstler in die engere Auswahl schaffen, anstatt der bisherigen 25.  In der nächsten Bewerbungsphase soll sich die Anzahl der Einsendungen erstmals auf die Anzahl der Nominierungen auswirken. Treffen bis zum Fixtermin weniger als 40 und mehr als 25 Einsendungen ein, werden in der jeweiligen Kategorie nur noch drei anstatt vier Songs für den Grammy nominiert. Gehen weniger als 25  Einsendungen ein, wird die Kategorie übersprungen und folglich kein Award verliehen.

Die dritte Änderung betrifft den eigentlich Voting-Prozess: Die Mitglieder des Voting-Kommittees dürfen ab sofort in 20 Genre-Kategorien  sowie in den vier übergeordneten Bereichen “Record of the Year”, “Album of the Year”, “Song of the Year” und “Best New Artist” mitwählen. Vorher lag die Grenze bei neun und der Voting-Prozess an sich war wesentlich komplexer.

“Jedes Jahr unterziehen wir die den Ablauf und die Struktur der Verleihung einer eingehenden Prüfung, um zu gewährleisten, dass die Veranstaltung weiterhin so gehaltvoll und ausbalanciert bleibt”, sagte Portow. “Nach einer fundierten Analyse aller Felder und Kategorien, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass unsere Grammy-Kategorien neu strukturiert werden müssen, um der Rolle der Grammy-Verleihung als höchste- und prestigeträchtigste Preisverleihung im Musikbusiness weiterhin gerecht zu werden.”

Seit 53 Jahren vergibt die Recording Academy den Grammy an Künstler, die sich musikalisch besonders profiliert haben.  Waren es 1959 lediglich 28 Kategorien,  sah man sich über die Jahre gezwungen, ständig neue Kategorien zu ergänzen, um alle Stilrichtungen abzudecken. Bereits 2009 wurden erste Rufe laut, das bisherige System zu überdenken.

Paul "the Pock" | 07. April 2011, 08:14

Anstatt das System zu überdenken, sollten vielleicht einige Juryentscheidungen überdacht werden. Wenn eine 22 jährige Hüpfdohle für ihr “Lebenswerk” ausgezeichnet wird, dann weiß jeder Blinde mit Krückstock, dass da nicht mehr viel kommen kann. Bei den meißten “Bussinesraketen” in den letzten 15 Jahren hätten sowieso die Studios und deren Techniker die Preise eher verdient als die “Künstler”, die man mit dem Erzeugnis an die Front schickt.

Basti | 07. April 2011, 09:47

Da hast du nicht ganz unrecht. In diesem Jahr war es auch so, dass die großen Gewinner hierzulande nicht wirklich bekannt sind… Das war schon sehr auf Amerika fokussiert. In den Berichterstattungen war auch oft von “Imageverlust” die Rede. Gut finde ich aber, dass man zumindest versucht etwas zu ändern. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Verwässerung der Kategorien wirklich eine gute Idee ist.

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