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Im Land der Effekte

2010.07.21_GMajor2_AufGerade als Coverband-Gitarrist ist man oft dazu verdammt, mit vielen Effekten arbeiten zu müssen. Hier ein Flanger, hier ein Chorus, da ein Rotary und da nochmal ein ganz anderer Chorus. Und wenn dann auch noch die Exoten á la Talkbox und Pitch-Shifter dazukommen, ist man vollends im Effektchaos angelangt. Aus dem einstigen Gitarrenposer wird ein Stepp-Tänzer. Schließlich muss er zu allem Überfluss auch noch ständig zwischen den Effekten hin- und herschalten und seine Solos boosten. Wer da kein MIDI hat, nimmt schnell Schlagzeug-Unterricht, weil man da einfach nur draufhauen muss und in der Regel klingt es wie gewollt. Und wer sich alle benötigten Effekte einzeln käuft, ist entweder ein Qualitätsjunkie und/oder sehr vermögend.

Außerdem, was mache ich, wenn ich im Laufe eines Konzertes sieben verschiedene Delays brauche? Jedes Mal an Reglern drehen?!! Im Leben nicht. Aus diesem Grund greifen die meisten Coverband-Gitarristen zurecht auf MIDI-programmierbare Multieffekt-Geräte zurück. Nun gibt es natürlich auch in diesem Segment Qualitäts- und Preisunterschiede. Und auch in puncto Verwendungszweck unterscheiden sich Multieffekt-Prozessoren erheblich. Die weitverbreiteten Flaggschiffe Boss-GT 10 oder das Vox Tonelab SE sind beispielsweise darauf ausgelegt, als Komplettlösung für den Gitarristen von heute zu dienen. Sie bieten neben zahllosen Effekten auch jede Menge Verstärker- und Boxenmodelle, sodass eben auch die Grundsounds direkt aus dem Gerät kommen oder kommen sollen. Einen zusätzlichen Amp benötigt man also eigentlich nicht.

Schnallt man ein solches Gerät vor einen Verstärker ist das gewissermaßen doppelt gemoppelt. Es sei denn man zweckentfremdet das Gerät und nutzt lediglich die Effektsektion. Der Grundsound käme in diesem Falle also vom Amp und das Effektboard dient als einfache MIDI-Schaltzentrale für Effekte und Amp-Channels. Voraussetzung dafür ist natürlich ein MIDI-fähiger Amp. Sound einprogrammieren, Amp-Channel auswählen, einmal die “Midi-Learn”-Taste am Amp und schon habe ich den zum Song passenden Sound. Wer auf diese Art und Weise seine komplettes Board programmiert hat, macht sich das Leben zumindest etwas einfacher und kann sich trotzdem der Vorteile eines röhrengetriebenen Amp-Sounds erfreuen.

Allerdings ist die Qualität der Effekte eher Durchschnitt und ein Multieffektboard vor dem Amp bewirkt immer einen gewissen Soundverlust, schließlich haben diese Geräte, weil sie eben nicht dafür ausgelegt sind, keinen true-bypass. Was mache ich jetzt aber, wenn ich die Vorteile solcher Geräte ohne etwaige Soundverluste genießen will? Der pfiffige Gitarrero könnte an dieser Stelle auf die Idee kommen, sein GT-10 in den FX-Loop einzuschleifen, um den Soundverlust auf diese Art und Weise zu minimieren. Blöd ist nur, dass GT-10, Tonelab und Co. im FX-Loop einfach extrem bescheiden klingen, weil sie als Komplettlösungen direkt hinter der Gitarre und nicht als zusätzliche Effektbibliotheken gedacht sind.

Genau an dieser Stelle setzt die Firma TC Electronic aus Dänemark an, deren Multieffekt-Systeme G-Major und G-System zu einem Standard auf internationalen Bühnen geworden sind.  Da das G-System aber den Preisrahmen eines Nichtprofis übersteigt, will ich mich an dieser Stelle dem G-Major 2 widmen, das eine extrem hochwertige Möglichkeit darstellt, dem eigenen Effektchaos ohne Soundverluste Einhalt zu gebieten. Was ich an solchen Geräten immer sympathisch finde: Weniger ist mehr. Denn mal ehrlich – wer braucht schon 300 verschiedene Effekte? Es genügen auch 25, die dann umso besser klingen und umso einfacher in der Handhabung sind. Hier ein kleiner Überblick, den ich der Homepage von Musik Produktiv entliehen habe:

Effekte:

  • Noise Gate
  • EQ
  • Compressor
  • Pitch Detune
  • Whammy
  • Pitch Shifter

Modulation:

  • Chorus
  • Flanger
  • Vibrato
  • Resonance Filter
  • Phaser
  • Tri-Chorus
  • Through-Zero Flanger
  • Tremolo
  • Panner
  • Intelligent Pitch Shifting

Delays:

  • PingPong
  • Modulated Delays
  • Dynamic Delay
  • Dual
  • Reverse Delay

Reverbs:

  • Spring – der klassische Combo – Federhall
  • Hall – der fette, räumliche Leadsound
  • Room – die normale Raumsimulation bei kürzeren Hallzeiten
  • Plate – der klassische Studio – Hall

Wie man sieht – auch bei lediglich 25 Effekten bleiben keine Wünsche offen. Im Vergleich zum seinem Vorgänger dem G-Major wurden dem G-Major 2 neben einem Univibe, einem Tri-Chorus und einem Through-Zero Flanger auch ein neuer vom G-System übernommener Filter/Wah Block spendiert. Mit an Bord ist außerdem ein PC/Mac Editor für bequemes Programmieren am Computer. Im praktischen 19-Zoll-Format nimmt es keinen Platz auf der Bühne weg, sondern lässt sich direkt ins gitarristische Rack integrieren.

 In Bezug auf das oben geschilderte Problem, hat das G-Major 2 einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem preislich vergleichbaren GT-10: Es ist auf FX-Loop-Bedienung ausgelegt, sodass es den Grundsound des Amps nicht beeinflusst. Es dient lediglich zur Anreicherung des Amp-Sounds. Darüber hinaus bietet es mit einem integriertem Noise Gate, einem EQ und einem Compressor zusätzliche Features, die sich hervorragend in das eigene Soundgerüst integrieren lassen. Die Effekte an sich klingen durchgehend hochklassig und der Vergleich zu den thematisierten Standardgeräten hinkt gewaltig. Dabei ist das G-Major 2 mit 499 Euro gerade mal 50 Euro teuer als das Boss GT-10. Was 50 Euro ausmachen können.

Reingehört: Das TC Electronic G-Major 2 im Pedaltone Shop

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TC Electronic G-Major 2 Produktdemo

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