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High auf der Leinwand

2010.06.15_Doors_aufFür uns zu spät geborene waren die Doors bislang identisch mit der Band in Oliver Stones Film von 1991. Wahre Fans dürften sich darüber ziemlich aufregen. Aber Hey. Wer hat schon in den 60ern gelebt und die Band wirklich gesehen? Außerdem: Wer sich an die 60er erinnert, hat sie nicht erlebt, oder nicht? Jedenfalls ist „The Doors“ ein Monster von einem Musikfilm, sehr beeindruckend. 140 Minuten lang schwankt Hauptdarsteller Val Kilmer durch eine faszinierende Welt aus Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber vor allem Drogen.

Jetzt (ab Juli) kommt das nächste Monster in die Kinos. Regisseur Tom DiCillo bringt die Original-Truppe auf die Leinwand. DiCillo zeigt die Geschichte der Band von ihren Anfängen am Strand von Venice Beach 1965 bis zu Jim Morrisons Tod 1971 als Doku.

When You’re Strange – A Film About the Doors

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Jim mit Bart

In dem 2009 auf verschiedenen Filmfestivals vorgestellten Streifen schwankt nun Jim Morrison himself durch teils unveröffentlichtes Filmmaterial. So unveröffentlicht, dass auf dem Sundance Festival einige Zuschauer den Kinosaal entrüstet verlassen haben. DiCillo habe Schauspieler eingesetzt, lautete der Vorwurf.

Stimmt aber nicht, erzählt John Densmore im Youtube-Video. Gerade die Szenen mit dem bärtigen Jim Morrison seien echt, wenn auch ein ungewohnter Anblick, sagt der Doors-Schlagzeuger. Densmore gibt auch Preis, woher die Filme stammen. Jim Morrison selbst und Kumpels aus der Filmschule haben sie gedreht – unter anderem Paul Ferrara. Assistiert von Han Solo – Harrison Ford. Der hat damals bekanntlich als Stagehand für die Band gearbeitet.

Apropos Schauspieler. Einer hat sich natürlich doch eingeschlichen. Den Erzähler in der Doku gibt Johnny Depp – ein bekennender Doors-Fan. Außerdem trägt er auf dem Soundtrack einige von Morrisons Gedichte vor.

John Densmore über When You’re Strange

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Filmerisch keine Offenbarung

Die Doors erobern also einmal mehr die Kinos. Und wir freuen uns darauf. Auch wenn Filmkritikerin Birte Lüdeking nur bedingt begeistert ist.

DiCillos weitgehend chronologische, mitunter etwas sprunghafte Umsetzung wirkt insgesamt zu uninspiriert und von der Legendenbildung um Morrison geblendet. [...] Sehens- und hörenswert sind vor allem die neu ausgegrabenen Konzert-, Studio- und Privatvideoaufnahmen aus den Jahren 1966 bis 1971. Bilder von Morrison auf und hinter der Bühne, mit Fans, Journalisten oder Flugzeugpersonal offenbaren mehr von seinem Charakter inklusive Selbstdarstellungskünsten und Persönlichkeitsschwankungen als DiCillo mit einer Plattitüde wie „War er brillant oder brillant kalkulierend?“ oder einer Definition des Sängers als „altertümlicher Schamane“.

Außerdem seien Johnny Depps Off-Kommentare albern pathetisch. Aber unterhaltsam. Und das ist doch auch das wichtigste. Jim Morrisons Songtexte sind ja auch weniger lyrisch als einfach nur deutlich. Girl we could’nt get much higher.

Sebastian Bach | 17. Juni 2010, 09:46

Ich bin begeistert! Da gehe ich auf jeden Fall rein. Fand die Oliver-Stone-Version mit Val Kilmer schon der Hammer, aber das ist jetzt mit Sicherheit nochmal was ganz anderes. Und lyrisch war Jim Morrison ja schon immer. Das sieht man besonders in “The End”, das einen Text hat, den eigentlich keine Sau versteht.
Der “Alabama Song” wird da schon etwas eindeutiger:
“Show me the way to the next whisky bar.”
Man kann es eben auch einfacher ausdrücken. ;-)

ego | 17. Juni 2010, 11:26

@Sebastian Bach: Da wird sich der Bert Brecht aber freuen, dass Dir sein Alabama Song so gut gefällt.

the disco kid | 17. Juni 2010, 19:13

yeh, und light my fire hat, zum tausendsten mal, nicht jim geschrieben.. soviel zum letzten absatz des artikels, get much higher, oh oh oh…

George | 17. Juni 2010, 20:07

@disco kid: Oh Ha. Tschuldigung.

Sebastian Bach | 20. Juni 2010, 14:47

Ich bin immer wieder überrascht, wieviel Fachkompetenz mit komischen Namen sich hier herumtreibt… ;-)

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