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Frankfurt holt den LEA-Award

2010.07.06_GoetzAlsmann_aufDas muss ein toller Sonderposten gewesen sein, den Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) da beim Orienthändler eingekauft hat. Die Stadt hat einen roten Teppich ausgerollt. Einen festlichen Läufer, der bis ins ferne Hamburg reicht. Das hat die Hanseaten beeindruckt. Ganz besonders: Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft.

Der Lohn der kunstvollen Dekoration: 2011 zieht der Live Entertainment Award (LEA) von der Elbe an den Main. Damit hat sich Frankfurt nach dem Kreativ-Gipfel ADC das nächste Großereignis der Kulturindustrie geangelt. Die Gala-Nacht in der Festhalle, am Dienstag, 5. April, bildet den neuen Auftakt zur Musikmesse und der Messe Prolight + Sound für Veranstaltungstechnik. Und das auch in den kommenden Jahren. Der Vertrag läuft  bis 2015.

Den Verdacht, übermäßig in den Deal investiert zu haben, weist Frank von sich. Auch Michow sagt: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nicht um einen Cent besser als in Hamburg.“ Aber die  eher zurückhaltenden Nordlichter haben wohl keinen roten Teppich ausgerollt, könnte man meinen.

Synergien herstellen

Das Konzept habe ihn überzeugt, sagt Michow dazu. Dieses hatte die Messe Frankfurt dem LEA-Impressario im Mai vorgelegt. Das Zauberwort darin: Synergien. Wenn Frankfurt frühlings seine Musik- und Veranstaltungsmesse abhält, ist Michows Klientel ohnehin schon in der Stadt versammelt, muss also nicht extra zu einem weiteren Award reisen. Zudem besuchen unzählige Stars und Sternchen der Musikszene die Messe. „Wir können also ein noch besseres Showprogramm zusammen stellen“, sagt Michow.

Seit 2006 verleiht das deutsche Veranstaltungsgewerbe jedes Jahr  elf Live Entertainment Awards (LEAs) an verdiente Veranstalter, Manager, Agenten und Spielstättenbetreiber. Die Branche will damit auf  ihr vielfältiges Angebot aufmerksam machen.   Zu den Preisträgern zählen Größen wie Fritz Rau oder Marek Lieberberg. Bislang ist die Gala mit Musik und prominenten Laudatoren  in Hamburg beheimatet gewesen.

Glammour-Faktor wertet Stadt und Messe auf

Die LEA-Gala ist zwar ein Branchen-Event und keine Publikumsveranstaltung.  Rund 1000 Besucher darf Moderator Götz Alsmann im Schnitt begrüßen. Trotzdem legen die Macher viel wert auf den Glammour-Faktor. Michow spricht von „hunderten von Künstlern“ unter den Gästen und Laudatoren. Die dann diejenigen belobigen, die sonst in der zweiten Reihe hinter ihnen stehen:  Manager, Clubbesitzer und Veranstalter.

Auf eben diesen Glammour freut sich auch Messe-Chef Detlef Braun. „Wir sind mit unserer Messen in allen Fachmedien und Wirtzschaftsmagazinen gut vertreten“, sagt er mit Blick auf Musikmesse und Prolight + Sound. „Aber so eine Veranstaltung hat uns noch gefehlt.“ Der „Oscar der Veranstalungsbranche“.

Doppelt so viel Umsatz wie die Tonträgerindustrie

Ebenfalls treffend beschreibt es Dezernent Frank: „Frankfurt spielt künftig auch in der Bunten und der Gala eine Rolle.“  Dass das bislang nicht so gewesen ist, hat ihn gewurmt. Frankfurt sei für viele noch immer die Bankenstadt. Nur wenige sähen sie  auch als „Wohlfühlstadt“. Dass die Kreativen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellen, ist Frank ebenfalls schon lange klar.

Die Veranstaltungswirtschaft ist mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro jährilch längst zum wichtigsten  Pfeiler der Musikwirtschaft geworden, viel wichtiger als diefrüher so dominate Tonträgerindustrie.

LEA 2010 bei www.hamburg.de

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