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Filmpreis mit Fisher

Alte Oper

Die Vergabe des Hessischen Film- und Kinopreises ist ein bunter Abend mit allerlei Kurzweil und lustigen Geschichten. Damit alle Gäste im großen Saal der Alten Oper auch alles zu sehen bekommen, hängt über der Bühne eine große Leinwand. Das ist saucool. Ebenso: Die  Big Band des Hessischen Rundfunks. Der Hessische Oskar bringt allerdings auch mit sich, dass die Preisträger zusätzlich zur ihrer Trophäe eine Urkunde in die Hand gedrückt bekommen. Es weht ein Hauch von Bundesjugendspielen durch den Saal.

Das Publikum lässt sich aber nicht entmutigen. Belustigt jubelt es dem jungen Dokumentarfilmer Klaus Stern zu, der in seinem Anfangstagen noch mit seinem ersten für den Hessischen Rundfunk gedrehten Film gleich vor dem Rundfunkrat gelandet ist. Purer Rock’n’Roll ist dann die Ehrung des besten männlichen Darstellers: Weil sich die Jury nicht hat einigen können, vergibt sie den Preis gleich zweimal.

Wundersames Hessen

Das passt nach Hessen. Und Regisseur Rolf Silber liefert als Laudator gleich die adäquate Beschreibung des hessischen Naturells nach: „Mit einem Messer im Rücken, geht der richtige Hesse noch nicht heim. Da muss schon der ganze Besteck-Kasten drin stecken.” Lustiges berichtet auch Schauspieler Peter Lerchbaumer bei seiner Dankesrede für die Trophäe (und Ehrenurkunde) als einer der besten männlichen Darsteller. 20 Jahre lebe er nun schon in Frankfurt und spiele Theater. Was ihn aber immer noch baff erstaune, sei die Auskunftsfreude und der Charme der Stadtbürger. Einmal sei er ganz harmlos die Straße hinab gelaufen, als ihm ein Passant die launige Worte zurief: „Also gestern warn’ se ja net so gut.”

Ebenfalls sehr rockig: Wladimir Kaminer, der nicht nur fabelhaft Russendisko feiern kann, sondern auch problemlos eine Laudatio auf einen Film halten, den er gar nicht gesehen hat. Dass Kaminer trotzdem die richtigen Worte gefunden hat, merkte man an den Lachtränen des Publikums. Auch an den Tränen der Rührung, die in den Augen von Tolstois Urenkel schimmerten. Bei besagtem Film handelt es sich nämlich um die Adaption eines Buchs über das letzte Lebensjahr von Leo Tolstoi „The last Station”. Klar, dass auch der Urenkel anschließend die Bühne betritt und dem Regisseur Michael Hoffmann für seinen Film dankt. Auf russisch versteht sich, Kaminer übersetzt. Den fulminant unterhaltsamen Auftritt komplettiert der Regisseur mit seiner Dankesrede – auf englisch. Das brauchte Kaminer nicht übersetzen, der Hesse als solcher versteht ja gut englisch.

Musik trifft Film

Alle grandiosen Beispielen filmischer Schaffenskraft verblassen aber vor dem Charme einer einzigen Frau. Und ausgerechnet die hat die Hessische Filmförderung nicht ausgezeichnet: Kim Fisher, die zusammen mit Hans-Werner Meyer den Abend moderierte. Die Frau hat einfach Pep.

Gut, sie hat Schlager gesungen und tut es noch immer ab und an. Geht ja gar nicht. Aber sie ist eben auch schlagfertig. Alleine schon, wie sie HR-Intendant Helmut Reitze elegant das Wort abdreht, als dieser sich auf der Bühne beinahe um Kopf und Kragen redet – Weltklasse. Außerdem musste sie voriges Jahr wegen 236 Park-Delikten zur Führerschein-Nachprüfung. Das ist Rock’n’Roll.

Hans-Werner Meyer und sie hätten jedenfalls beim Angebot den Filmpreis zu moderieren sofort zugesagt. „Weil eine Big Band dabei ist”, sagt Fisher mit leuchtenden Augen. Man merkt ihr an, da ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Im Hotelzimmer hätten die beiden dann schon einmal geprobt. „Wir sind wie 13-Jährige vor dem Spiegel herum gehüpft.”

Überleben mit Fetenhits

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Das haben sie am Abend dann nicht mehr getan. Sichtlich Spaß hatten sie aber trotzdem. Kein Wunder. Später, am Buffet, erzählt Fisher: „Ich habe die schönsten Momente meines Lebens – auch beruflich – mit Musik erlebt.” Das sitzt. Die Entertainerin hat sich einst ihr Germanistik-Studium als Sängerin finanziert. Mit einer Tanz- und Partyband ist sie über die Events getingelt. „Nette Galageschichten oder Betriebsfeiern” -  wo betrunkene Personalchefs sich dreimal am Abend „I will survive” wünschten. „Beim dritten Durchgang musste ich schreien”, erinnert sich Fisher.

Aber wirklich gestört hat sie das alles nicht. „Ganz im Gegenteil” Mit die schönste Zeit ihres Lebens sei das gewesen Egal in welchem Rahmen sie sich bewegt, „bei Musik bekomme ich sofort eine Gänsehaut.” Deswegen hat sie zur anstehenden Lesereise für ihr neues Buch auch Musik aufgenommen. Lesen wird sie Geschichten über Weihnachtskatastrofen. Singen dagegen Weihnachtslieder in Ska-Versionen, die sie mit der Formation Ska-Litzer zusammen eingespielt hat. Auf Tour geht sie aber leider nur im Halbplayback. Lediglich in Berlin wird sie die Band mit auf die Bühne holen.

Hier geht’s zu den Preisträgern des Filmpreises.

Das FR-Dossier.

Kategorien: News
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Arne | 25. October 2009, 19:45

…und der George mittendrin. :o )

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