Kultur und Party. So lässt sich das Frankfurter Mueseumsuferfest wohl am besten beschreiben. Und der Mix kommt gut an. Einmal im Jahr testen die Bewohner der kleinsten Großstadt der Welt, wieviele Menschen sich am Mainufer drängeln können, ohne dass jemand ins Wasser fällt. Rund drei Millionen Besucher pro Wochenende sind es bislang gewesen. Man ahnt es schon: Weil so viele Menschen gar nicht in Frankfurt leben, kommt regelmäßig auch das Umland zu Hilfe.
Die diesjährige Auflage des Festes steigt am kommenden Wochenende, von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. August. Und natürlich organisiert die Frankfurter Rundschau wieder mit der Mainova zusammen eine fantastische Live-Bühne. 17 Bands spielen auf, zum Beispiel Auletta (Bild oben) oder Leon Taylor. Dazu kommen eine Schulklasse und verschiedene DJ-Teams. Die Bühne ist auf der Sachsenhäuser Seite zu finden, in der Nähe des Eisernen Stegs. Hier das genaue Programm:
Freitag, 27. August
Alpha und Omega kommen aus Rüsselsheim. Das heißt, den Abend eröffnet ab 17 Uhr das Phono-Pop-DJ-Team an den Plattentellern. Und ab 24 Uhr beschließt das Team auch die Feierei am Ufer. Seit fünf Jahren veranstaltet das kleine Kollektiv das Phono Pop-Festival. Die Macher ziehen zudem seit Jahren auch als DJ-Team durchs Land, werfen unter anderem beim Southside Festival die famosen After-Show-Partys. Selbst beschreiben sie sich als Flaming Lips der DJ-Szene und liefern pulsierendes DJ-Tainment im Performance-Stil von Bonaparte und Deichkind. Ein trashig-bombastisches Indie-Spektakel mit Konfettikanonen und Musik.
Rokoko spielen ab 18.30 Uhr deutschen Indie-Pop mit Texten zum Hinhören. „Botschaft ja – Zeigefinger nein“, hat ein Kritiker geschrieben. Da ist auch Platz für Poesie: „Als ich mich wiederfand – fand ich dich nebenan – ein Montag im Mai ist jetzt nach dir benannt”. Die Musik dazu klingt ebenso groß. Der Kritiker: „Songs, die sich langsam aufbauen, sich auf den Weg machen, diesen auch mal verlassen, sich nervös hier und dann wieder ganz entspannt da hinwenden und schließlich mitunter entladen in einem Wumms, der sich gewaschen hat.“
Ab 19.30 Uhr sind dann Pfund mit alternativen Rock-Covern an der Reihe. Wuchtiges Schlagzeug, treibender Bass, bissige Gitarre und druckvoller Gesang – das ist moderner Rock’n’Roll. Pfund covern Stücke von den Red Hot Chili Peppers, Kings Of Leon, Lenny Kravitz, Jimi Hendrix, Green Day, U2, The Police oder Nirvana. Ihre Aufgabe: das Publikum mit Rockmusik entfesseln. Ohne Schnörkel, dafür mit geballter Energie, vollem Einsatz und einer Live-Präsenz, der man sich kaum entziehen kann. Das hat die vier Pfundskerle im vergangenen Jahr auch bis ins Finale von Hessen Rockt gebracht.
Um 21.15 Uhr wird es jugendlich flott daher gehen auf der Showbühne. Auletta besitzen das Talent, sich und anderen die beste Zeit der Welt zu verschaffen. Die Mainzer spielen tanzbaren Indie-Rock mit deutschen Texten – voller eingängiger Hooks und mitreißender Melodien. Auletta haben dabei stets ihr Ziel im Auge, das sie konsequent, aber unverkrampft und immer mit einem Pfeifen auf den Lippen verfolgen: Dem vorgenormten Leben einen Haken zu schlagen.
Danach geht ab 22.30 Uhr die Post ab mit den Foo Fighters. Also vielmehr: mit den Fight Footers. Die Fight Footers sind vier musikalische Herren aus dem Rodgau, die die Lieder ihrer Helden nachspielen. Aber was bedeutet schon nachspielen? Die Fight Footers bringen den echten Sound live und in Farbe auf die Bühne. So haben sie bei den vergangenen Runde von Hessen Rockt auch den Tribute-Award abgeräumt. Die Auszeichnung für die beste Band des Wettbewerbs, die sich dem Schaffen einer einzigen Gruppe widmet.
Rokoko – Wissenschaft
Auletta – Meine Stadt
Samstag, 28. August
Der Samstag beginnt ab 11 Uhr mit einem Chill-In. Dargeboten von Chillout-DJ Stefan X, der seit Jahren nicht aus der Ruhe zu bringen ist.
Um 14 Uhr betritt da Rossi die Bühne – zu einem Folklore Roadmovie. Die noch junge Frankfurter Formation spielt einen wilden Mix aus Balkan, Ska, Ballroom, Brass, Rap mit einem Hauch von Tom Waits. Mit dabei: Giuseppe Porello (Gastone), Diego (Mate Power), Andreas Jamin (Flo Area) und Cherno.
Ab 15 Uhr teilen Verveine Eisenkraut für die Ohren aus. Ihren subtil funkigen Rhythmen und zarten Gitarrenklängen stehen dynamische und tanzbare Parts gegenüber. Die Band aus Darmstadt/Frankfurt schafft durch den Mix aus melancholischer Leichtigkeit und druckvoller Energie einen unverwechselbaren Sound. Gerade erst der Schule entsprungen, sorgen sie für eine Stimmung, die sowohl dem entspannteren als auch dem rockigen Gemüt entgegenkommt.
Wer’s lauter mag, darf sich ab 16 Uhr auf Ayefore aus Frankfurt freuen. Deren Sound ist Ausdruck der Gegensätze und Spannungen des Schmelztiegels am Main. Ihre Musik bedient sich knallharter Rockgitarren und orientalischer Elemente, die in ihren Songs zu untrennbaren Einheiten verschmelzen. 2008 veröffentlichen Ayefore ihre erste LP „Smoking Gum Evidence“, die deutschlandweit für Aufsehen in der Untergrundszene erregt. Seit 2010 sind Ayefore Teil des Förderprogramms der Volkswagen Soundfoundation.
Ab 17.15 Uhr stürmen dann Brothorst die Bühne. Starker Name für eine starke Performance der siebenköpfigen Truppe aus Oberursel. Das Kollektiv mischt Funk, Electro, Dancehall, Reggae, Ska, Hip Hop, Jazz, Soul und Rock mit deutschen Texten. Brothorst sind damit gut gefahren. In der jüngsten Runde des Emergenza-Bandwettbewerbs stießen sie bis ins „Weltfinale“ auf dem Taubertalfestival vor (gewonnen hat Japan).
Der Abend gehört den Hessen Rockt-Legenden. Ab 18.30 Uhr kapern die Boptown Cats das Partyschiff. Das heißt: Das Publikum darf sich auf Rock’n’Roll und Rockabilly vom Feinsten einstellen. Die vier Cousins aus Marburg haben die jüngste Runde von Hessen Rockt für sich entscheiden können – mit großem Charme und viel Musikalität. Sie spielen die Klassiker der 50er mit Drive und Original-Sound.
Ab 20.15 Uhr wird’s duster. Nicht nur, weil die Sonne untergeht. Auch weil Depeche Reload zum Tanz bitten. Wie der Name schon vermuten lässt, spielen die Reloads die Musik von Depeche Mode nach. Also eher melancholischen Synthie-Pop-Rock. Die Reloads sind erstaunlich nah am kultigen Original dran. Bei Hessen Rockt 2009 sind sie sogar beste Tribute-Band des Landes geworden.
Um 22 Uhr geht dann der Rockstern auf. Seven Hell liefern die ganze Packung an harten Hits ab. Der Hurricane aus dem Vogelsberg hat 2009 Hessen Rockt gewonnen. Die sechs Jungs um Frontfrau Anne spielen auf Angriff: Gitarren, Keyboard, Bass, Schlagzeug und Gesang kennen nur eins: Immer nach vorn. Seven Hell sind druckvoll aber nicht zu aggressiv, kompakt und dennoch stets ausdifferenziert.
Im Anschluss daran übernimmt ab 24 Uhr DJ Dr. Love die Turntables mit Soul, Funk, Rock ’n’ Roll & Trash Hits.
Sonntag, 29. August
Der Sonntag steht im Zeichen der schönen Gesänge. Den Anfang macht um 12 Uhr die Singklasse der Musterschule.
Ab 13 Uhr übernimmt die Mukketier-Bande das Ruder. Hier gibt es Musik für Kinder, Country, Rockabilly, Swing und mehr. Aber keine gewöhnlichen Kinderlieder, sondern flotte, frische Musik vom Bauernhof, die auch den Erwachsenen gefällt. Das Kinderzimmer wird zur lustigen Musikschule, denn mit der Mukketier-Bande können die Zuschauer Musik spielerisch lernen. Kinder brauchen gute Musik. Erwachsene auch.
Klar, dass auch die Amigos nicht fehlen dürfen. Die fünf Freunde spielen ab 14 Uhr alles Mögliche von Latino, Raga, spanischen Rumbas, Oriental über HipHop bis hin zu Folkloreblüten wie Jodler oder Sirtaki. Die Wurzeln der Amigos liegen im gemeinsamen Musizieren am Lagerfeuer. Dies scheint und klingt bei ihren mehrsprachigen Gesängen immer durch und schafft vom ersten Ton an eine wohlige Atmosphäre.
Noch flotter geht’s ab 15.30 Uhr zu. Das Erfolgsrezept der Evil Cavies ist einfach. Auf der Bühne acht Jungs, adrett gekleidet in schwarz und weiß – ihnen gegenüber ein verschwitztes und tanzendes Publikum. Bei den Cavies aus Friedberg geht’s um sommerlichen Ska-Punk, der das Haus rockt. Eingängige Bläsersätze, Melodien mit Ohrwurmcharakter und Texte mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern machen den Reiz dieser Kapelle aus.
Lust auf Lagerfeuer? Nun, ab 16.30 Uhr spielen die Mannen von The Rattlesnake Orchestra. Die zünden zwar nichts an. Klingen aber wie ein Lagerfeuer am Strand. Dazu weht der Reisewind über das Meer, man sieht förmlich den säbelrasselnden “Pirate de Mayence” mit feuerrotem Halstuch oder pechschwarzem Hut aus den Fluten steigen und die dreckige Flagge der Livemusik schwingen. Genauer: The Rattlesnake Orchestra spielen Música mestiza! Also Musik, in der sich Klänge Lateinamerikas mit anderen Einflüssen mischen. Salsa, Rumba und Cumbia treffen auf Pop- und Rock, Ska, Rap, Reggae und Punk.
Soul-Jazz-HipHop bringt ab 17.30 Uhr Kaye Ree zu Gehör. Wer das ist? Kaye-Ree ist die visuelle Illustration des Wortes “neu”. Die ausdrucksstarke Sängerin und Songtexterin mit der warmen Stimme verbreitet über Musik ihre positive Lebensphilosophie. Darin enthalten: Elemente des Jazz, zeitgenössischen R&Bs, Alternative-HipHops und 70er Jahre Souls.
Um 18.45 Uhr wird es erdig. Printhouse widmen sich dem traditionellen Blues und Rock. Das Sextett besticht mit althergebrachtem Instrumentarium, wie einer elektrischen Gitarre, einem elektrisierenden Bass, Klavier & Orgel, Schlagwerk, Saxophon und Mundharmonika. Dazu intonieren sie mit goldenen Kehlen die üblichen Botschaften, die der Blues & Rock der letzten 50 Jahre hervorgebracht hat.
Wenn dann um 20.30 Uhr die Nacht herein bricht, nimmt Leon Taylor sein Publikum mit auf eine Reise, in der sich das Leben spiegelt. Alle Höhen und Tiefen kommen darin vor, aber vor allem die Höhen. Wunderbare Momente treffen auf tiefe Eindrücke, bunte Bilder und neue Freunde. Die Musik nennt sich Cross-Pop. Mit seiner Band und seinen mitreissenden Live-Auftritten gewann er 2009 den Publikumspreis des John Lennon Talent Awards. 2010 sang er sich bei „Unser Star für Oslo“ in die Herzen der deutschen Fernsehzuschauer. Im Oktober vertritt er zusammen mit der Sängerin Oceana das Bundesland Hessen beim Bundesvisions Songwettbewerb.
Evil Cavies – Hello its me
Leon Taylor – Schwarz Rot Gold

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Zu ergänzen wäre noch:
“The Sound Section” Live auf der Radeberger Bühne
Am Sonntag 17.00 bis 20.00 Uhr gibt’s Funk, Soul und Discomusik vom feinsten auf die Ohren. Und adrett gekleidet sind die 9 Herren und 2 Damen auch noch.
Na, wenn das nix is
beste Grüße
Patrick
und auch noch zu erwähnen die playground heroes am freitag um 18 Uhr auf der Radeberger bühne und am samstag 15 Uhr binding bühne,gelle
Die PGH am Freidaach!?
Dann muss ich da ja auch ma hinkucken. Und Pfund und Auletta und der geile NIK
Mann wird das hart – und jut.
‘schbindabei!
Ja, ich werd mich auch klonen müssen. Sonst schafft mer des ja gar nicht alles.
«Frankfurter Rundschau» droht Stellenabbau
Montag, 23. August 2010 um 16:09 Uhr
Hamburg/Frankfurt. Die «Frankfurter Rundschau» steht offenbar vor personellen Einschnitten in der Redaktion. Einem «Spiegel»-Bericht zufolge sind zwischen 30 und 50 Stellen gefährdet, wovon insbesondere die Redaktion betroffen sei. «FR»-Geschäftsführer Karlheinz Kroke sagte am Montag auf Anfrage unserer Nachrichtenagentur ddp, dass «bis auf weiteres zu den Inhalten der vertrauensvollen Gespräche mit den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband und ver.di» keine Stellung genommen werde. Die Gespräche seien am vergangenen Donnerstag aufgenommen worden.
Laut «Spiegel» sind die drohenden Streichungen auf die Anzeigenkrise und das noch immer defizitäre Ergebnis der Zeitung zurückzuführen. Das Magazin beruft sich auf Betriebsratskreise.
Manche Redakteure sähen die Befürchtungen bestätigt, dass das Blatt weiter an Eigenständigkeit verliere. Derzeit liefen Gespräche über Abfindungsprogramme, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Die «FR» gehört mehrheitlich der Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg (MDS). Sie tauscht Texte mit anderen Blättern des Verlages, vor allem der «Berliner Zeitung». Im April hatte zudem eine Redaktionsgemeinschaft die Arbeit aufgenommen, die mit 24 Redakteuren auch die MDS-Titel «Kölner Stadt-Anzeiger» und «Mitteldeutsche Zeitung» mit Texten aus Politik und Wirtschaft beliefert. Das Modell war besonders beim Hauptstadtblatt auf massive Kritik gestoßen, da die Belegschaft Einbußen von Qualität und Eigenständigkeit fürchtete.
Der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, forderte den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel auf, sich persönlich für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen. Die SPD hält über ihr Medienbeteiligungsunternehmen Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH 40 Prozent an der «FR». (ddp-hes)
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Das lag wohl schon lange in der Luft? Aber wie geht es weiter ?
Hessen Rockt am Ende?
Oder welche 30-50 Stellen von Redakteuren sind gefährdet?Wow das hört sich nicht gut an.