Apps sind ja der letzte Schrei. Die kleinen Programme für Hardware-Zeugs der Firma Apple erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Bislang haben wir uns ja vor den Dingern gedrückt. Aber jetzt ist doch mal was Originelles zum Applizieren aufgetaucht. Der “Heinekinator”, oder auf englisch: “Heinefier”.
Gut, Heineken ist kein tolles Bier. Genau genommen ist der “Heinefier” auch ein Fake – eine Fälschung. Ein Filmchen aus dem Internet, das sich zwei Studenten der Stockholmer Berghs School of Communication erdacht haben. Aber die Idee ist gut. Danke Agnes Stengberg-Schentz und Jeremy Phang.
Fogendes haben sie sich ersponnen. Weil die Vuvuzela, die südafrikanische Elefanten-Tröte, bei der WM alles übertönen wird, müssen die Fans umdenken. Jubel und Gesänge seien (neben Bier trinken) das schönste am Fußball kucken. Deswegen sollen die Fernsehzuschauer daheim sich über ihre Apps mit den anderen Sofa-Sportlern verbinden und quasi über Internet und Telefon gemeinsam gegen die Tröte ansingen.
Völker dieser Erde – singt doch mal wieder
Alles halb so wild
Doch ist die Vuvuzela wirklich so schlimm, wie es sich beim Confederations-Cup 2009 angehört hat? Pedro Espi-Sanchis würde dem ganz entschieden widersprechen. Der sagt nämlich, dass Fußballfans die Tröte durchaus auch in harmonischem Zusamenspiel einsetzen können.
Diese Haltung verwundert nicht. Jedenfalls nicht lange. Schließlich verkauft Espi-Sanchis die Dinger. Doch zu seiner Ehrenrettung sei gesagt: Als Orchester-Pack in mehreren Tonstimmungen. Somit lässt sich tatsächlich so etwas wie Musik auf der Plastiktröte erzeugen, wie das Capetown Vuvuzela-Orchester (Foto ganz oben) im Film unten eindrucksvoll beweist.
Süßer die Tröten nie klingen
Den Ältestenrat zusammen tröten
Schade ist nur, dass Otto-Normal-Fan das Wunder-Instrument sehr wahrscheinlich doch eher zum Krach machen einsetzen wird. So ein Orchester stellt sich ja nicht von alleine zusammen. Und die Vuvuzela ist ja schon gar nicht für leise Töne erdacht. Ihr Vorläufer, das Kudu Horn, nutzten die Bläser vor allem, um über weite Entfernungen die Stammes-Ältesten zusammen zu rufen. Afrika ist groß, das Horn entsprechend eher laut als wohlklingend.
Das Timbre ähnelt dem Trompeten eines Elefanten, nur halt lauter. Bis zu 120 Dezibel kann ein lungenstarker Tröterich aus dem Plastikrohr hinausposaunen. Die Stadt Köln hat das Instrument darum kurzerhand verboten. Die Kölner folgen damit der Empfehlung ihrer Landesregierung. “Die hiervon ausgehende Gehörgefährdung für andere Besucher und das mögliche Übertönen von Notfalldurchsagen sprechen sehr deutlich gegen eine Benutzung in Menschenmengen”, findet NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg.
Das ist ja nun auch übertrieben. Immerhin gibt es genug andere Tröten, Hörner, Sirenen oder Megafone, mittels derer Fußballfans ihren Mitmenschen gründlich den Tag versauen können. Und die Plastik-Vuvuzela geht wenigstens schnell kaputt. Der südafrikanische Journalist Matt Morgan würde das Verbot auf die kleinen Vuvuzelas beschränken. Denn diese hörten sich an wie eine Ente auf Speed.
Ente auf Speed – die Vuvuzela beim Confed-Cup
WuWuWas? Eine Eselsbrücke
Und für alle, die sich den Namen von dem Dreckding nicht merken können: “Uwe Seeler” ist eine schöne Eselsbrücke.

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