James Bond hat solche Probleme nicht. Beim Geheimagent in Diensten seiner Majestät stehen in den seltensten Fällen die Kumpels auf der Matte und wollen eine Runde in seinem Flitzer mitdrehen. Alle anderen Sportwagenfahrer schlagen sich aber häufig mit der Frage herum, wie sie ihre versammelten Freunde bloß in den rassigen Zweisitzer hineinzwängen sollen.
Die britische Edelmarke Aston Martin hat das Problem jetzt gelöst. Ausgerechnet James Bonds Lieblingsauto gibt es seit neustem als Viertürer – zu bestaunen auf der Internationalen Autombilausstellung (IAA) in Halle 5.0. Firmenchef Ulrich Bez hat das Gefährt bereits stolz den „Aston Martin für die ganze Familie“ getauft. Sollte 007 also doch noch Freunde finden oder gar heiraten und Kinder auf die Welt setzen wollen, hätte er den passenden Schlitten dafür.
Weltneuheiten lassen sich auf der Messe an allen Ecken und Enden entdecken. Gleich im Foyer von Halle 1.1 treffen Autofreunde erstmalig in der Geschichte der Auto-Schau auf einen Infostand des Carsharing Bundesverbands.
Mobilität der Zukunft
„Wir haben keine Berührungsänsgte“, sagt Geschäftsführer Willi Loose. Das mag sein. Solche Ängste wären eher auf der Gegenseite zu vermuten, also bei den Autoherstellern. Ist doch Carsharing vor allem für Leute interessant, die ihre Freunde nur ab und zu mit einem ausgeliehenen Sportwagen beeindrucken wollen, oder sich dann und wann einen Familienkombi für Wochendeinkäufe ordern. Also für Leute, die sich gar kein Auto kaufen.
„Carsharing-Angebote machen im Schnitt vier bis acht privat oder gewerblich genutzte Fahrzeuge überflüssig“, sagt Loose. Angesichts der Parkplatznot in Großstädten kann das nicht verkehrt sein. Deswegen hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Auto teilende Zunft ja auch zur Automesse eingeladen: „Insbesondere in städtischen Gebieten ist Carsharing ein interessantes Element in einer umfassenden Strategie für nachhaltige Mobilität“, hat VDA-Präsident Matthias Wissmann den Carsharern in ihren Jahresbericht geschrieben.
Von Feindschaft also keine Spur. Obendrein sind Carsharing-Anbieter nicht wirklich Jobkiller für die Autobranche. Jedes Unternehmen unterhält eine umfangreiche Flotte an Neuwagen, um den verschiedenen Fahrzeug-Wünschen ihrer insgesamt rund 145 000 Kunden entsprechen zu können. Die Dienstzeit eines Wagens liegt bei etwa 24 Monate, dann landet er auf dem Markt für Gebrauchtwagen.
Erstaunliche Dinge tun sich ebenfalls im Forum vor Halle 4.0. Dort nimmt die IAA in einer Ladies-Corner die Zielgruppe Frauen ins Visier. Vor zwei Jahren hatte die Auto-Schau zwar schon eine Brigitte-Lounge im Portfolio. Im neuen Frauenabteil steht aber tatsächlich das Automobil im Vordergrund. Keine „Promi- oder Wellnessthemen“, wie Kristiane Guth von der betreuenden Agentur Hallo Frau sagt.
Mit Gemütlichkeit
Von den anderen Ausstellern soll sich der Stand dennoch abheben. Eine Wohlfühlatmosphäre soll die Frauenwelt anlocken. Darum finden sich dort auch gemütliche Sitzgelegenheiten und angenehm im Hintergrund perlende Popmusik. Der perfekte Rahmen für „ganz bodenständige Themen“, wie Guth sagt: Autopflege, Versicherung oder Navigationssysteme. Besucherinnen sollen testen, anfassen und ausprobieren. Der Nachwuchs kann sich derweil in der Spielecke auf der gegenüberliegenden Seite verlustieren.
Die IAA als Spaß für die ganze Familie also. Vater-Mutter-Kind sollten unbedingt auch Halle 8.0 aufsuchen. Am Stand der Firma Bosch warten nämlich Erfindungen, die so manchen Familienausflug im Kombi erheblich verschönern können: zum Beispiel die Ein- und Ausparkhilfe Park Steering Control.
Die Revolution des Auto Abstellens vermisst nicht nur automatisch die anvisierte Parklücke und entscheidet, ob die Familienkutsche dort überhaupt hineinpasst. Die jeweiligen Fahrzeug-Kondukteure können auch entspannt die Hände vom Lenker nehmen und die elektronische Servolenkung selber ein- und ausparken lassen. Nur Gas geben und bremsen müssen sie noch. Ganz Mutige überlassen sogar ihren Sportwagen dem Bordcomputer.

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