Der Auftakt ist gelungen. Der Beleg: verschwitzte Klamotten, Klingeln in den Ohren und diverse Ohrwürmer, die sich am Sonntagmorgen abwechselnd durch die Gehirnwindungen fräsen. Am Samstag ist mit ordentlich Tam Tam die Liverunde von Hessen Rockt gestartet. Vier Musikgruppen schüttelten das Publikum im ausverkauften Sinkkasten Arts Club in Frankfurt ordentlich durch.
Als erste Band der noch jungen Runde hat es Desperado ins Halbfinale geschafft. Das Quintett vereinte die meisten Stimmen von Jury und Publikum auf sich. Die Truppe zeigte sich professionell und spielfreudig. Sie überzeugte zudem durch ein stimmiges Programm mit Rocksongs wie „Like the Way I do“ von Melissa Etheridge oder „Heavy Cross“ von The Gossip.
Wie bei Woodstock
Zudem lieferten die Musiker in einem gemeinsam ersonnenen Statement eine perfekte Beschreibung des FR-Wettbewerbs: „Hessen rockt muss man als Band einfach mitgemacht haben. Wer das nicht getan hat, war nicht dabei. Das ist wie bei Woodstock.“
Neu bei „Hessen rockt“ ist, dass eine weitere Band pro Vorrundenkonzert sich über eine zweite Chance freuen darf. Die Organisatoren haben eine Relegationsrunde eingeführt. Die läuft ähnlich wie beim Fußball. Nach der Vorrunde spielen die acht Zweitplatzierten zwei weitere Halbfinalisten untereinander aus.
Schlager Rockt
Erster Relegationsteilnehmer sind die Jungs von Van Baker and Band (Das Foto oben ist von Michael Schick). Die Van Bakers sind eine Gruppe, an der sich die Geister scheiden. So manchem im Publikum stand die bange Frage ins Gesicht geschrieben: „Darf eine Schlagerband überhaupt an einem Rockwettbewerb teilnehmen?“
Nun, der Sänger und seine Musiker bewiesen eindrucksvoll, dass auch Schlager rockt. Und zwar richtig. Mutig und souverän umschifften sie jegliche Peinlichkeit und sorgten mit Hits wie Rio Reisers „König von Deutschland“ oder Udo Jürgens’ „Aber bitte mit Sahne“ für gute Laune beim Publikum.
Die Jury sucht das Haar in der Suppe
Großer Wermutstropfen an diesem Abend war allerdings, dass zwei Gruppen ausgeschieden sind. Das Ergebnis ist knapp. Einmal mehr musste die Jury Haarspaltereien betreiben, um überhaupt zu einer Entscheidung zu kommen. Dabei blieben Was’n? mit ihrer bunten Rock-Revue auf der Strecke. Trotz starker Sängerin und Sänger und einer guten Vorstellung fielen sie etwas hinter den anderen Bands zurück.
Ausgeschieden sind ebenfalls Iso Herquist og hele banden, die mit ihrer skurrilen Jazz-Comedy den Rahmen sprengten. Es steht zu vermuten, dass die Truppe das genau so geplant hatte. Sorgsam vermengten die verrückten Sieben feine, anrührende Klänge von Gesang, Ukulele, Kontrabass und Percussion (auf einem Grill) mit rustikalem Gebrüll. So weit, so spannend. Aber immer, wenn der Funken überzuspringen drohte und das Publikum zu tanzen anfing, folgte prompt eine gefühlt zehnminütige charmante Ansage. Das Urteil der Jury: Schwierig für ein Rockkonzert, aber allerfeinstes Musik-Kabarett.

































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Danke,
damit hat sich die Frage erübrigt – also nochmal den beiden Siegern herzlichen Glückwunsch!
Krass, Alessa… Hab gar nicht mitbekommen, wie du da rumgeturnt bist^^ …die Bilder sind aber auch echt toll geworden
Ja, da muss ich Maxi recht geben! Die Bilder sind schön geworden – und das trotz der erschwerten Bedingungen! Super! Weiter so!!!
Ach ja, und die “netten Besucher” sind meine Freunde Sandra und Mehmi! Klaaar sind die nett!!!
Vor allem gabs mal nix am Sound zu mecker – gut gemacht, Mann am Mischer
Danke! Freut mich, dass Euch die Bilder gefallen. Samstag gehts dann weiter… =)
Das “gemeinsam ersonnene Statement” – wirklich sehr originell. Ich hoffe mal, das hat bei der Jury Entscheidung keine Rolle gespielt.
@ Jupp: Das hat die Jury tatsächlich erst am Montag in der Zeitung gelesen.
Da bin ich jetzt echt beruhigt, dass dieses Bauchgepinsel erst später das Licht der Welt erblickte
Jupp, ich kann dich ebenfalls beruhigen. Die Jury war am Samstag derart beschäftigt mit Damen bezirzen, kassieren, rauchen am Balkon, Backstage nach dem Rechten sehen – das können die wirklich erst am Montag mitbekommen haben. Bei Woodstock war’s halt schlammiger und aus den Bands ist hinterher noch was geworden. Das Millionenpublikum wäre der Veranstaltung jedoch schon zu wünschen, denn entfernst du die ganzen Spione, Musiker und zur Anwesentheit verdonnerten Fans, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Weiß der Geier, warum das trotz der intensiven Werbung und extrem niedrigen Eintrittspreisen keine neutrale Sau interessiert? Und das mitten in Mainhatten! Da sollte selbst die Unionhalle für eine Vorrunde zu klein sein. Zu jedem anderen Schrott finden sich ohne Werbung tausende von Bekloppten ein…?????
Also, ich kann sagen, daß ich wegen Werbung und niedrigen Eintrittspreisen da hingehe, also gegangen bin. Mittlerweile habe ich da aber so viele Leute kennengelernt die auch nur zahlende Gäste sind, daß ich auch wegen denen hingehe. Und ich habe Musiker aus den Bands kennengelernt. Wegen denen gehe ich da auch mittlerweile hin. Auch wenn die gar nicht spielen. Und – ja, ich habe auch ein paar Hessen-Rockt-Macher kennengelernt und auch die Arbeit, die dahinter steckt. Nein, ich bekomme nicht mal Gratistickets dafür, daß ich das schreibe.
Und ich kenne mittlerweile an die 10 Leute, die aus den selben Gründen da hingehen wie ich. Und die sind sicher nicht die einzigen.
Daß der größte Teil des anwesenden Publikums Fans der Bands sind ist auch klar. Oder meinst Du, ein Fußballverein kriegt sein Stadion voll, weil alle gerne Schals und Kutten tragen?
Ich geh tatsächlich da hin, weil ich ein Fan der Veranstaltung bin. Jawoll.
Holleradidudeldö! Bei HessenRockt X WIRD die Unionhalle für eine Vorrunde zu klein sein.
Rockige Grüße
Onkel Lü
http://www.mehrschall.de
George, meine Bankverbindung hast Du ja, aber überweise bitte in kleinen Beträgen…
@ Rodriguez: du hast doch den Nagel mit den Begriffen “Schrott” und “Bekloppte” auf den Kopf getroffen.
Es geht hier leider nur um Rock/Popmusik die gecovert wird und halt nicht den hohen musikalischen Ansprüchen der “Mainhattener” entspricht. Das mancher sog. Künstler nur deshalb seinen eigenen Stücke spielt weil er zu schlecht ist um richtig zu covern wird leider oft vergessen. Bei meinem Arbeitgeber investiert man auch lieber 50.000 Eu in die Rheingau-Musikfestspiele wo Pseudo-Musikkenner sich irgendwelches Klassikgedudel anhören als mal 5.000 Eu für ein Nachwuschsrockkonzert locker zu machen. aber so isses halt mal im Leben
Sehr geehrter Herr “Rodriguez S.” Falls Sie mit den Jury-Aktivitäten auf mich anspielen, kann ich Sie beruhigen. Ich war am Samstag nicht Mitglied der Jury. Weil: Meine Freundin Geburtstag feierte, ich zudem am Eingang Gäste begrüßen musste, auch Backstage nach dem rechten sehen musste und sogar ein paar Mal mich auf dem Balkon wiedergefunden habe. Potzblitz. Aber was bitteschön sollen denn zur Anwesenheit verdonnerte Fans sein? Da muss ich jetzt doch wieder lachen. Manche Bands sind halt einfach gut. Da kommen die Fans freiwillig zu den Konzerten. Doch doch, das gibt es.
“pay to play” haben wir ja zum Glück noch nicht nötig
Nein George, das sollte keine Anspielung auf dich sein, denn Du bist am Samstag nicht als Jury Mitglied genannt worden, außerdem gönne ich dir herzlichst die Geburtstagsparty mit deiner Freundin. Zur Anwesenheit verdonnerte Fans sind Fans, die von den einzelnen Bands mit Nachdruck darauf hingewiesen wurden, dass es zur Unterstützung der Band wichtig sei, “jetzt, hier und heute” vor Ort zu sein, was völlig legitim ist bei der Teinahme an einem Wettbewerb. Ich hoffe sehr, dass JEDER im Publikum freiwillig da war, andernfalls wäre demjenigen sowieso nicht mehr zu helfen. Das die Publikumsstimme auf Desperado gefallen sein soll, halte ich persönlich für eine Fehlinformation, denn nach meinen Recherchen vor Ort (die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben) war eindeutig van Baker der Abräumer des Abends, selbst bei Leuten, die im Troß einer anderen Band mitgereist sind.
@ Rodriguez
Vam Baker KANN nicht der Abräumer gewesen sein, denn die hatten MICH nicht dabei
Nur’n Scherz. Keine Angst, Leute
Hi Rodriguez,
wenn dem tatsächlich so gewesen wäre, dass wir den Publikums Joker gewonnen hätten, hätte es ja vieleicht auch direkt fürs Halbfinale gereicht – dem ist ja bekanntlich nicht so.
Ich weiß nicht welche “Recherchen vor Ort” du bertrieben hast, aber es freut uns natürlich zu hören, wenn wir andere Leute von unserer Show überzeugen konnten, dann haben wir ja schon mal vieles richtig gemacht.
@ Rodriquez: also bei den Musikern mit denen ich gesprochen habe lag die Wichtung so auf 2/3 : 1/3 für van Baker. Standardaussage war: zwar nicht meine Mucke, aber sehr gut präsentiert.
Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, ob man bei einem Wettbewerb, der sich Hessen Rockt nennt, Bands an den Start gehen lässt, die stilistisch in ganz anderen Galaxien unterwegs sind. Das soll jetzt keine Kritik an van Baker sein. Aber was hat Schlager bitte schön mit Rock zu tun?
@ Jupp: Was genau ist denn dieser Rock? Wer darf da mitmachen und wie muss das klingen? Sind die Spider Murphy Gang und Rio Reiser noch Rock? Oder schon Schlager? Was ist mit Bon Jovi? Ist der noch Rock? Oder schon Schlager? Bryan Adams? Hilfe.
Also diese Diskussion gab es schon mal (von mir angezettelt) bei Hessen Rockt 2.
Klar sind hier nicht nur Rockgruppen vetreten und der Titel “Hessen Popt “wäre vielleicht zutreffender
Dann hätten aber im Sinkasten keine der 4 Bands auftreten dürfen, denn das war für meine Begriffe 1x Schlager, 1 1/2 x Pop, 1/2 x Rock und 1 x Comedy.
Mit 7Hell hat die einzigeste “richtige” Rockband den Contest gewonnen, alle anderen haben mehr oder weniger Popsongs im Programm oder Rockabily wie bei HR5. Insgesamt gesehn tut das dem Wettbewerb aber nicht schaden, denn wer will schon 30 x Highway to Hell oder Smoke on the Water hören ….
Jo Pete, der Begriff “rocken” hat ja mittlerweile eigentlich nicht mehr nur unmittelbar mit der Bezeichnung einer Musikrichtung zu tun. Wenn es irgendwo eine Party gibt und der DJ mal gut auflegt und die Gäste begeistert sind, dann rockt eben das Haus.
Die Boptown Cats haben von den Siegern bisher den eigentlichen Rock gespielt, alles andere sind unterschiedlichste Derivate. Ich finds geil, wenn Bands verschiedene Styles aufgreifen und mit ihrem eigenen Sound neu interpretieren. In dem weiter oben von Dir angesprochenen klassischen Bereich wird ja eigentlich auch nur gecovert, die unterschiedlichen Interpretationen sind für unsere ungeübten und halb tauben Rock-Ohren natürlich kaum nachzuvollziehen. Aber soll nicht Beethoven auch schon gerockt haben?
Wie auch immer, Hessen Rockt ist eine Marke, und keine einschränkende Beschreibung der Veranstaltung. Das sollte aber irgendwann jeder mal mitkriegen. Bei Rock am Ring ist auch nicht alles Rock, und beim Rock im Schnaakeloch haben auch keine Schnaken gesungen….nur gestochen…
Bis Michaeltown
Tommy
Hi Dennis, dein Resumee ist genau richtig, ansonsten kann ich mich Pete nur anschließen. Das “fehlende” Drittel war dann aber eher bei Iso als bei Desperado. Mit der Meinung, das Gequatsche hätte gefühlte 10 Minuten den Musikfluss unterbrochen, kann ich mich auch nicht so richtig anfreunden. Soll eine Band, die ohne ein Wort ausschließlich ihre Titel runter rasselt, besser sein? Manchmal hilft’s, dem Empfinden des Publikums mit einfühlsamen Worten auf die Sprünge zu helfen. Und genau dieses Stilmittel ist bei einer Heavy Metal Band halt anders als bei einer Musik Comedy. Wie von etlichen anderen schon beschrieben – was ist Rock? Wenn sich ein eingefleischter Rockfan Iso Herquist amüsiert antun kann und sich dabei noch halb tot lacht, das ist Rock’n Roll, was ich mir zu Hause auf den Plattenteller lege ist eine ganz andere Geschichte. Deshalb hat bei Hessen rockt jede Art von Musikrichtung erst mal ihre Daseinsberechtigung.
@George: Das war jetzt keine Kritik, sondern eine Frage bzw. Anmerkung. Wenn die Aussage von Tommy zutrifft, dass Hessen Rockt eine Marke ist und sich eben nicht auf bestimmte Musikrichtungen bezieht, dann habe ich es als vermutlich Letzter auch kapiert.
Ich finde das Vorgehen auch etwas seitlich des Weges gut und abwechslungsreich. Ich als Pulikum habe mit sowas eine gute Unterhaltung und Spaß und dazu soll es ja dienen. Ist so ein bischen wie die Kür beim Eiskunstlauf, da gibt es Freiheiten und gute Unterhaltung, die es bei der Pflicht nicht gibt. Sonst müsste man hier noch ein Pflichtprogramm einführen und jeder spielt seine Etüden vor. Obwohl, warum eigentich nicht? Man könnte songs vorgeben, die jeder auf seine Art spielen kann. Und wenn Iso Herquist und vorher van Baker z.B. dann smoke on the water spielen, wird sogar dieses Lied wieder interessant.
@ Thommy: Rock am Schnaakeloch, ich hab’ mich grad’ schepp gelacht
@Pete: Der Ort trägt seinen Namen übrigens zu Recht. Mehr Flugverkehr als auf RheinMain Airport.
@Jupp: “Hessen Rockt” ist genauso wenig ein Wettbewerb für Rockbands, wie “Deutschalnd sucht den Superstar” ein Wettbewerb für Superstars ist. Und das ist auch gut so – schließlich ist Rock nur eine unter vielen Stilistiken, die es wert sind, live gespielt zu werden.