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Warren Haynes in Bewegung

Dass Warren Haynes sein neues Album Man in Motion genannt hat ist nicht überraschend. Schließlich war er im Laufe seiner Karriere immer in Bewegung. Seine größte Bewegung dürfte die Zeit bei der Allman Brothers Band gewesen sein. Die Blues-Ikonen gelten noch heute als  “die” Bluesformation überhaupt und waren jahrzehntelang international erfolgreich. Doch auch mit seiner Band Gov’t Mule und dem Projekt The Dead (zusammen mit ehemaligen Mitgliedern von Grateful Dead) sorgte er für Aufsehen im Blues-Sektor. Zudem fungierte er immer mal wieder als Gaststar bei der Dave Mathews Band und schrieb den Song “Two of a kind, working on a full house” für das No-fences-Album von Garth Brooks.

In der vom Rolling Stone publizierten der 100 besten Gitarristen aller Zeiten findet sich auch der Name Warren Haynes. Was ihn aber meiner Meinung nach noch mehr auszeichnet,  ist seine unvergleichliche Stimme.  Er klingt ein bisschen wie die bluesige Champions-League-Version des späten Kid Rock. Die Gitarre dient ihm aber lediglich zur Unterstützung seines Gesangs. Kabinettstückchen kommen bei dem Fingerpicker sehr selten vor. Bei dem Versuch ein ähnliches Feeling auf die Gitarre zu bringen, dürften die meisten Sechssaiter jedoch kläglich scheitern.

Seine Fähigkeiten als Sänger, Songwriter und Gitarrist hört man auch auf Man in Motion, das seit heute auf dem Markt ist. Wie erwartet, finden sich darauf betont ruhige Songs, die vor allem durch ihre Ursprünglichkeit und ihre Atmosphäre überzeugen. Hanyes selbst sagt dazu:

Ich suchte nach einer Art Pre-Rock-Sound, diese Art von Stücken verlangt einen klareren Ton als reine Rocknummern, er ist wichtig um dieser Ära ihren Respekt zu zollen und wirklich die Emotionalität der Sache zu treffen. Natürlich spielte ich meine Gitarre auch über ein Wahwah-Pedal und einige andere Effektgeräte, aber aus Sicht eines Gitarristen findet man vor allem Einflüsse von B.B. King, Albert King und Freddie King.

Hört man sich den Song “River’s Gonna Rise” an hat man ihn auch schon, den Albert King. Melancholie und Fernweh verpackt in eine Mischung aus Sould und Blues. Die Texte handeln von den Herausforderungen des Alltags, von ganz normalen Menschen. “Ehrlichkeit übertrumpft in dieser Musik alles andere”, sagt Haynes. Aus diesem Grund hat auch fast keiner der Songs Radioformat – alle sind mindestens fünf Minuten lang und wären für eine Radiodarbietung viel zu langatmig.

Aber der geneigte Blueser schätzt ja gerade diese Atmosphäre, das relaxte, das ungeschliffene. Wobei der Song “On A Real Lonely Night” mir schon fast zu poppig ist. Da gibt es auf dem Album wesentlich bessere Stücke, zum Beispiel das jazzig angehauchte “Sick Of My Shadow”", das auch vom Text großes Tennis ist.  Mein persönlicher Favorit ist allerdings “A Friend To You”.

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Für Gitarrenfreunde, die einen entspannten Abend verbringen wollen, ist dieses Album sehr empfehlenswert. Nur mit Gitarre und Stimme bewaffnet, beweist Warren Haynes, dass er auch 18 Jahre nach seinem letzten Solo-Album noch immer den Blues hat.

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