Was stellen die sich eigentlich so an, die Damen und Herren Fußballer? Machen ein Riesengeheimnis um ihre sexuelle Orientierung. Tststs. Glaubt man dem unfassbar seriösen Nachrichtenmagazin Spiegel, müsste sich die deutsche Fußballnationalmannschaft eigentlich kollektiv outen. Das hat Ballacks Berater, der in Luxemburg ansässige Rechtsanwalt Michael Becker, dem Spiegel-Autor Alexander Osang erzählt.
Erst schwärmt Becker davon, wie viel besser sich Ballack vermarkten lasse, als die anderen schlechten, hässlichen oder schwulen Nationalspieler. Dann faselt er von einer Schwulen-Combo beim DFB. Schließlich bezeichnet er einen Spieler als halb-schwul. Na denn, wenn er sonst keine Sorgen hat.
Vermutlich verwendet er den Begriff “schwul” nur als Synonym für “doof”. Macht die Sache aber auch nicht besser. Rote Karte für Becker, kann man da nur sagen. Weil: schwul zu sein ist auch nix anderes als auf einen bestimmten Typen von Sexualpartner zu stehen. Der eine mag halt Blondinen und der andere halt Kerle.
Rund zehn Prozent aller Männer sollen ja schwul sein, sagt man unter Statistikern. Bestimmt sind da auch ein paar Fußballer dabei, wieso nicht? Da gab’s mal einen ganz netten Film zu – Männer wie wir (Foto oben). Schwuler Torwart gründet schwules Team. Und das gewinnt natürlich am Ende irgendein wichtiges Spiel gegen Heteros.
Aber bevor ich mich jetzt frage, wer denn von unseren Schweinis und Poldis und Ösils ein Homo sein könnte, lass’ ich’s lieber. Es interessiert mich nämlich nicht. Schwul oder nicht, meine Güte. Die sollen kicken, nicht das andere, das so ähnlich klingt. Und meinetwegen kann die Nationalelf künftig auch in rosa Leibchen auflaufen. Solange es nicht Orange ist.
Die Pop- und Rockszene ist da doch schon ein bisschen weiter. Im neuen Jahrtausend angekommen. Die Musiker gehen einfach unverkrampfter mit dem Thema um. Anders sein gehört hier ja sowieso zum guten Ton. Und mittlerweile dürfen Popstars, die in den 80er Jahren noch verschämt Geheimnisse mit sich herumtrugen, ihr Sexualleben ungehemmt nach Außen tragen.
Nach einem ersten Schock (Was? George Michael hat sich Last Christmas in einen Typen verknallt? Arrgh. Weihnachten ist im Arsch.), hat man sich daran gewöhnt. Heavy Metal-Gott Robert Halford ist schwul und entwirft Mode? Naja: T-Shirts. So what. Braking the Law ist und bleibt ein Riesen-Song. Beth Ditto ist lesbisch und dick und nervt? Aber singen kann die Gossip-Frontfrau ziemlich gut.
Breaking the law – Judas Priest
Heavy Cross – Gossip
Schwul ist cool
Sogar Nervbacke Robbie Williams hat sich in der Schwulenfrage besser positioniert, als es DFB-Chef Theo Zwanziger wohl jemals hinbekommen wird. Seit seinem Statement bei einem Konzert, er stehe auf Männer und man solle ihn bitte Roberta nennen, gibt’s nun immer mal wieder Gerüchte über Robbies sexuelle Ausrichtung. Das wär’ doch mal was, ich nenn’ den Zwanziger jetzt nur noch Thea.
I want to break free – der unvergleichlich schwule Freddy
Männer wie wir – Spongebob und Patrick als echte Kerle
Jeder ist ein bisschen bi
Und zuletzt, weil’s mir gerade einfällt, eins meiner Lieblingslieder zu diesem Thema. Der Weezer-Song Pink Triangle behandelt eine unglückliche Liebe von einen Mann zu einer Frau, die sich als Lesbe zu erkennen gibt. Waraufhin der Mann verzweifelt singt: “Ja, schon klar. Jeder ist ein bisschen bi. Aber warum kannst Du nicht ein bisschen hetero sein?”
Pink Triangle – Weezer

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