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Ozzy is back!

2010.05.31_Ozzy_AufmacherUnfassbar, dass dieser Mann überhaupt noch lebt. Seine Biografie gleicht einer musikalischen Kneipentour durch Sachsenhausen mit einer gehörigen Portion Bahnhofsviertel. Er biss lebenden Fledermäusen den Kopf ab, streckte seine Hochzeitstorte mit drei Flaschen Hennessy und kann sich an diverse Jahrzehnte seines Lebens wohl nur noch schemenhaft erinnern. Doch irgendwie ist er einfach sympathisch der Ozzy. Einfach weil er authentisch ist und sich nicht verstellt. Der Mann ist tatsächlich so: hilflos, verspielt und irgendwie immer noch der rebellische Kleingeist aus Birmingham.

Nebenher macht er aber noch verdammt gute Musik, auch wenn diese spätestens seit der Familiendoku “The Osbournes” etwas in Vergessenheit geraten ist. Unvergessen sind die Szenen, in denen Ozzy versucht der Sprachbedienung seines Navigationssystemes Herr zu werden oder ein Handy zu bedienen. Dabei ist er so viel mehr als der dauerbenebelte und etwas senil wirkende Altrocker. Immerhin handelt es sich immer noch um den “Prince of fucking Darkness”! Und der hat nach dem 2007er Release Black Rain auch endlich wieder ein neues Album am Start. Selbiges trägt den bezeichnenden Titel Scream und wurde vom Meister mitproduziert. Als Veröffentlichungstermin ist der 18. Juni angesetzt.

Die erste Single Let Me Hear You Scream wurde bereits im April vorgestellt und lässt erahnen, dass Ozzy in all den Jahren nichts von seiner musikalischen Genialität eingebüßt hat. Und seine Band ist wie üblich absolute Extraklasse. Gerade die Neubesetzung an der Gitarre erweckte großes Aufsehen, da Gitarrenlegende Zakk Wylde im vergangenen Jahr seinen Hut nehmen musste und durch den Firewind-Gitarrero Gus G ersetzt wurde. Der ist nicht minder versiert, allerdings bleibt abzuwarten, ob er die unglaubliche Bühnenpräsenz von Mr. Wylde ausgleichen kann.

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Die Osbournsche Handschrift ist aber nach wie vor unverkennbar. Gute-Laune-Rock ist eben nicht Ozzys Sache. Bei “Soul Sucker”, “Diggin’ Me Down” oder “Crucify” spielt er wie gewohnt mit christlich-satanischen Motiven und überzeugt endlich wieder mit straightem Metal. Hatte doch das industrial-angehauchte Black Rain (2007) zahlreiche Käufer verschreckt, weil es angeblich zu modern und zu wischiwaschi war. Die Einflüsse des Nu-Metal sind dennoch deutlich zu spüren, was aber mit Sicherheit auch gewollt ist. Ein zweites Blizzard of Ozz (1980) passt eben einfach nicht mehr in die heutige Zeit.

Und was der Ozzy nach wie vor gerne macht, ist Leute erschrecken. Deshalb setzte er sich unlängst an Stelle seiner eigenen Wachsfigur ins Kabinett von Madame Tussauds und wartete unbeweglich auf Kundschaft, um dann unvermutet zum Leben zu erwachen. Geile Idee und extrem unterhaltsam.

Ozzy bei Madame Tussauds

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Und auch wenn er stellenweise nur noch apathisch über die Bühne wandert und seine Ansagen sich auf “I can’t fuckin’ hear you” oder “louder!” beschränken; gesanglich gibt es absolut nichts zu mäkeln. Deshalb begibt er sich auch tatsächlich nochmal auf Weltournee, um sein neues Album vorzustellen. Am 16. September gibt er sein einziges Deutschlandkonzert und zwar in der König-Pilsener-Arena von Oberhausen. Respekt für diese Einstellung. Die meisten Menschen wären wahrscheinlich schon längst tot oder würden niemals die Courage für ein solches Unternehmen aufbringen. Also auf nach Oberhausen, bevor nach Ronnie James Dio auch noch Mr. Osbourne das Zeitliche segnet!

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