Seine Markenzeichen sind die drei Zs: Zigarette, Zylinder, zerrissene Jeans. Sein Arbeitsgerät ist eine 59er Gibson Les Paul, die er für gewöhnlich auf Kniehöhe spielt und deren Sound auch über 15 Jahre nach dem Ende von Guns ‘N’ Roses unvergessen ist. Das könnte daran liegen, dass der Herr Schrägstrich sehr umtriebig ist und zwischen all den Jack-Daniel’s-Infernos immer noch Zeit findet, Musik zu machen.
Die Liste der Künstler, mit denen er zusammen gearbeitet hat, liest sich wie das “who is who” des Rock ‘n’ Roll: Michael Jackson, Alice Cooper, Paul Rodgers, Iggy Pop und Brian May sind nur eine kleine Auswahl.
Treiben seine Solos in “Estranged”, “November Rain” und “Sweet Child O’ Mine” noch heute Millionen von Gunners-Fans die Tränen in die Augen, wildert Slash derweil eifrig in fremden Gewässern. Ja, der Mann hat 2009 sogar mit Rihanna zusammen gearbeitet. Davon mag man halten was man will, fest steht jedoch, dass der Schlangenliebhaber aus Stoke-on-Trent weit mehr kann, als seine Platten mit Guns ‘N’ Roses, Velvet Revolver und Slash ‘s Snakepit vermuten lassen. Sein Haupteinfluss ist zwar der blues-inspirierte 70er-Rock der Led-Zeppelinschen Prägung, jedoch heißt das gemeinhin nicht, dass ein Musiker nur diese Stilrichtung spielen kann und vor allem will.
In einem Interview mit Ultimate-Guitar gibt Slash an, dass er einfach mal der Käpt’n auf seinem eigenen Schiff sein und deshalb ein Solo-Album machen wollte. “Nach der letzten Velvet-Revolver-Tour spürte ich einfach, dass ich etwas Neues machen musste. Ich habe so lange in Bands gespielt, dass ich gar nicht mehr wusste wie es ist, völlig uneingeschränkt arbeiten zu können”, erzählt Slash.
Uneingeschränktes Arbeiten ohne Zeitdruck – das dauert. Immerhin ließ der Meister sich gute zwei Jahre Zeit. Das könnte aber auch an den vollen Terminkalender seiner prominenten Mitstreiter liegen, denn Lemmy, Ozzy oder Alice Cooper sind trotz allmählich einsetzender Leichenstarre immer noch regelmäßig auf Tour. “Es war eine Ehre für mich mit diesen Leuten zusammen zu arbeiten. Ihre Musik hat mich durch mein ganzes Leben begleitet”, sagt Slash voller Ehrfurcht.
Neben den großen Ikonen der Vergangenheit, sind auf “Slash” aber auch einige zeitgenössische Ausnahmetalente vertreten, die nicht zwangsläufig in der Rockmusik beheimatet sind. So wird der Song “Beautiful Dangerous” von Black-Eyes-Peas-Sängerin Fergie gesungen. Auch Maroon-5-Sänger Adam Levine ist alles andere als ein klassischer Rockmusiker. Der Rock ’n’ Roll-Atmosphäre des Albums tut dies erstaunlicherweise keinen Abbruch, denn in jedem Song spürt man diese gewisse “slashiness”.
Am Freitag, 9. April wird “Slash” in Europa veröffentlicht. Im Sommer soll es angeblich sogar eine Welttournee geben. Mit von der Partie sein wird im Übrigen der aktuell arbeitslose Alter-Bridge-Sangesgott Myles Kennedy, der Slashs Band am Mikro anführen wird. Wer etwas tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei dieser Link ans Herz gelegt:

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