“Die spinnen, die Amis” könnte man denken, wenn man einem aktuellen Bericht des Guardian Glauben schenkt: Die amerikanische Modeerscheinung “war on terror”, bedient sich ja seit jeher unkonventionellen Mitteln, zum Beispiel Folter, Mord und Korruption. Nun haben die Amerikaner aber ein ganz und gar ungewöhnliches Folterinstrument entdeckt: HEAVY METAL. Neuerdings pilgern angeblich amerikanische Panzer durch Kabul und beschallen die aufständische Bevölkerung mit Metallica, The Offspring und Thin Lizzy. “Die Taliban hassen diese Musik”, gab ein Unteroffizier einer Spezialeinheit der AFP zu Protokoll. “Es ist eben eine Möglichkeit, sie dazu zu bringen, die Seite zu wählen, auf der sie stehen und es motiviert zusätzlich die Soldaten.” Da man bei der Army ja nicht populistisch ist und Wert auf politische Bildung legt, hat man gleich ein paar politische Drohbotschaften in die Musik eingeflochten. Doch der AFP-Unteroffiziert verspricht hoch und heilig: ” Das sind keine schlimmen Sachen dabei. Aber wir erzählen ihnen, dass sie bald sterben werden.”
Wenn man die Taliban schon nicht mit Waffengewalt zur Raison bringen kann, soll es offensichtlich nun die Friedensmusik auf Metallicas “Kill ‘em All” richten. In einem früheren Interview mit der Frankfurter Rundschau gab Metallica-Frontmann James Hetfield an, dass ihn die Tatsache etwas zum “war on terror” beizutragen mit Stolz erfülle. Vorher hatte man ihm eröffnet, dass seine Songs unter anderem im Gefangenenstraflager Guantanamo zur “Unterhaltung” von Häftlingen eingesetzt werden.
Die Amerikaner sind eben ein musikalisches Völkchen: Schon im Irak-Krieg setzte man auf Musik, als sie mit den Bloodhound-Gang-Zeilen “burn mothafucker burn” in Bagdad einfielen, um die Irakis vom unrockbaren Saddam Hussein zu befreien und dabei gleich noch mehrere Ölfelder einzunehmen.
Wie wäre es denn mal mit Marianne und Michael oder Nicoles “Ein bisschen Frieden”? Das käme bestimmt an!

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