Am Sonntagabend blickte die Musikwelt nach Los Angeles. Bei der 53. Grammy-Verleihung gaben sich wieder Stars und Sternchen die Klinke in die Hand. Sogar Bob Dylan war da. Und natürlich die Gaga. Ach ja und Eminem. Der galt mit zehn (!) Nominierungen übrigens als Top-Favorit des Abends. In den großen Kategorien gewannen am Ende: Lady Antebellum (bester Song), Arcarde Fire (bestes Album) und Esperanza Spalding (beste Newcomerin).
Moment – WER????? Den Namen Spalding kannte ich bis dato nur als Aufdruck von NBA-Basketbällen. Und Lady Antebellum? Hat die Gaga sich etwa umbenannt? Nein. Lady Antebellum sind nämlich eine Country-Band aus Nashville, die folgerichtig auch nur in den USA bekannt sind. Den großen Durchbruch schafften sie dort mit dem Song “Need You Now”. Ein konserviger Radio-Popsong, der es hierzulande wohl nicht mal in die Country-Charts geschafft hätte. Aber in den USA, wo Künstler wie Garth Brooks mehr Platten verkaufen als die Beatles, funktionieren solche Songs bekanntlich sehr gut. Wobei ich an dieser Stelle keinen Vergleich zwischen Garth Brooks und der Nachkriegslady ziehen will – da liegen für mich Welten dazwischen. Egal, jedenfalls haben die das Ding gewonnen.
Kollegen wie Kanye West, Eminem oder des Biebers Justin gingen in den großen Kategorien leer aus. Mit verantwortlich für die etwas merkwürdige Gewinner-Riege soll die Tatsache sein, dass viele Alben und Songs namhafter Künstler es gar nicht erst in die Wertung geschafft haben. Das Grammy-Jahr geht von September bis September. Die Alben von Kanye West und Bruno Mars kamen jedoch schlicht und einfach zu spät heraus, um noch die Wertung einbezogen zu werden. Klingt komisch, ist aber so. Und im Normalfall sollte man davon ausgehen, dass Plattenbosse so etwas wissen sollten. Das hätte zwar die musikalische Qualität auch nicht immens in die Höhe getrieben, jedoch hätte man dann zumindest ein paar weltweit bekannte Namen auf der Liste der großen Gewinner.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass hier wohl ausschließlich die musikalische Qualität den Ausschlag gegeben hat und nicht die großen Namen. Aber die prominentesten Awards an Leute zu verleihen, die außerhalb der USA kein Mensch kennt? Das dürfte dem internationalen Ansehen der Grammys nicht gerade zu Gute kommen.
Lady Antebellum – “Need You Now”
Esperanza Spalding – “I Know, You Know” [live]
Arcarde Fire – “The Suburbs”

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Schöne lalala musik, aber mehr auch nicht