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Kammermusik Goes Cover

Balanescu kleinWenn sich eine Schar klasssischer Orchestermusiker an Popmusik vergreift, dann endet das meistens übel: Eine völlig überteuerte Lasershow erhellt einen sommernächtlichen Schlosspark, bevölkert von wahren Heerscharen mit Sekt abgefüllter Taunus-Tussis. Deren Lebensabschnittsgefährten aus dem mittleren Management haben die Karten gekauft und zum Namenstag verschenkt, haben sich zähneknirschend durch den Abend gequält – und hegen nun zum großen Finale berechtigte Hoffnung auf den ersten, dankbaren Oralverkehr des nicht mehr ganz so jungen Jahres im geleasten SLK Kompressor. So weit, das Klischee.

Aber wollen wir das? Nein, no, nope. Das ist Crapshit. Das ist Massenware für alle, die auf die Frage, was sie denn so für Musik hören, immer antworten: “Was halt so im Radio läuft.” Und dabei, liebe Hessenrocker, spielt der Sender eher eine untergeordnete Rolle.

Dass es auch anders geht, zeigt uns das Balanescu Quartet um den Ausnahme-Violinisten Alexander Balanescu. Die Kammermusiker haben sich auch an Popmusik vergriffen, allerdings ist das in deren Fall eher eine Ehre. Reduzierte Arrangements, kein überflüssiger Pomp und hochkarätige Gastmusiker mit dem Hang zum Experimentellen machen “The Balanescu Quartet” zu einem wahren Erlebnis. Live und auf CD. Begegnet ist uns das Balanescu Quartet unlängst auf einer Mix-CD von DJ Hell, wo eine eindrucksvolle, ungewöhnliche und äußerst stimmige Coverversion des Kraftwerk-Hits “The Robots” präsentiert. Achtung: reingehört!

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Besonders in Großbritannien ist der gebürtige Rumäne Alexander Balanescu bereits eine große Nummer. Unter anderem war er mit Philip Glass auf Tour, verdiente sich Lorbeeren in der originären Klassik-Szene – unter anderem als Leiter des Michael Nyman Ensebles von 1979 bis 1994 – und bespielte als Violinist ausgesuchte Ensembles des zeitgenössischen Tanzes.

Ein ständiger Wegbegleiter Balanescus war aber auch die Popluarmusik, weshalb er bereits in den 80er Jahren mit Künstlern wie den Pet Shop Boys und David Byrne im Studio war. Außerdem ist Balanescu als Musiker auf Alben von Spiritualized und artverwanden Projekten zu hören. Hier eine Aufnahme von “The Model” mit David Byrne als Gastsänger.

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Das Besondere an den Coverversionen des Balanescu Quartets ist nicht unbedingt die Idee, Kraftwerk in einen fremden Klangkosmos zu übertragen. Es ist die Liebe im Detail, die in den neuen Arrangements umgesetzt wird. Ein wirklich schöner Grenzgänger der modernen klassischen Musik.

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