
FM Belfast sind das bisher am besten gehütete Musik-Geheimnis Islands. Aber nun wird auf der Insel aus Feuer und Eis das Schweigen gebrochen – am 22. Januar erscheint das Debüt-Album “How To Make Friends” (Morr Music/Kimi Records). Uns haben sie bereits als Freunde gewonnen, sicherlich auch bald Euch.
FM Belfast machen, ja, was eigentlich? Irgendwas zwischen Rock und Elektro, zwischen Jazz und Soul und schielen dabei immer mit einem Auge auf den Dancefloor. Also fassen wir das mal ganz generalistisch unter Electro-Indie-Pop zusammen, was die Sache auch ganz gut trifft. Im Kern sind FM Belfast drei Musiker, bei Live-Shows und im Studio kann die Mannschaftsstärke aber auch mal schnell auf 30 Nasen anwachsen. So ergibt sich eine (auch musikalisch) farbenfrohe, stimmungserhellende und besonders schwungvolle Mischung, die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
So viel plakative und für den Zuhörer mitreißende Lebensfreude ist sicherlich auch eine jugendliche Reaktion auf das unwirtliche Leben auf der frostigen Insel. Hierfür finden sich auf dem aktuellen Album gleich drei Beispiele, die textlich dazu passen. Der erste Track ist “Underwear” mit der Textzeile “We Are Running Down The Streets In Our Underwear”. FM Belfast kommentieren diesen Song so: “Es ist ein Lied über das Aufwachsen an einem Ort, wo man für sein eigenes Entertainment sorgen muss.” Das zweite Beispiel ist “Tropical”, ein Stück über eine tropische Insel. Geschrieben übrigens auf den Faröer Inseln, wo FM Belfast in einer Höhle ihr erstes Live-Konzert gaben. “Also genau das Gegenteil von tropisch”, meinen FM Belfast. Und dann ist da der dritte Track, “Par Avion”. Hier geht es um das Auswandern auf eine karibische Insel. “Wir haben in der Zeitung von einem Mädel gelesen, das in die Karibik ausgewandert ist und für ganz kleines Geld ein Häuschen am Strand gemietet hat. Wir haben uns da saublöd gefühlt, weil wir auf einer zugefrorenen Insel horrende Preise für ein winziges Appartement zahlen und wollten auch sofort wegziehen. Wenn wir den Song singen, geht’s uns besser, zumindest für knapp vier Minuten.”
Aber auch vor Coversongs schrecken FM Belfast nicht zurück. Allerdings schrauben sie dabei so lange an den Originalen herum, dass sie eigentlich nur noch am Text zu erkennen sind. Auf dem Album finden sich ein schon fast komatöses Cover von “Pump Up The Jam” von Technotronic – das erste Stück, das FM Belfast jemals aufgenommen haben. Und “Lotus”, das eigentlich “Killing In The Name” von Rage Against The Machine ist.
Mit diesem wilden Mix haben es FM Belfast schnell in die Herzen der frostigen Insulaner geschafft – nun sind sie mit ihrem Album auf Siegeszug über den ganzen Globus. Dass sie auch live was draufhaben, beweisen sie stets beim Iceland Airwaves Festival, ihr erster Gig in Berlin war auch schon. Rocken wir mit den Isländern!

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