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Headbanger mit Gefühl

2010.09.01_helmet_aufKrach. Wummern. Geschrei. Manchmal ist so eine Portion Aggro-Rock durchaus hilfreich. Gut, dass Helmet gerade ihr siebtes Album herausbringen. Da ist alles drauf, was Freunde musikalischer Breitseiten so benötigen und mehr. Denn Helmet bieten kein dumpfes Gestampfe an. Helmet machen Musik für Headbanger mit Gefühl – einen Mix aus Metal, Krach und jazzigen Harmonien.

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Und nein, Helmet haben nix mit der Band „Wir sind Helden zu tun“. Auch wenn die gerade unter dem Pseudonym Wo sind Helmet aufgetreten sind. Das haben sie zwar schon mal getan. Trotzdem ist es ein Gag, den ich noch nie kapiert habe. Zwischen den Helden und Helmet liegen Welten.

Oder nicht?

Nun. Beide Bands haben eine neue Platte draußen. Helmet: Seeing Eye Dog (September). Doppel-CD. Neue Stücke und alte Perlen live gespielt. Helden: Bring mich nach Hause (August). Doppel-CD. Zwölf neue Stücke in elektrischer Version und als unplugged-Bonus.

Und beide bestehen eigentlich nur aus einer Person. Sind wir mal ehrlich, Judith Holofernes kennt man. Den Rest der Helden nicht. Bei Helmet heißt das Aushängeschild Page Hamilton. Er ist Sänger, Songschreiber und Gitarrist. Von der ursprünglichen Besetzung der 1980er gegründeten Band ist niemand mehr übrig. 1997 hat sich die Band aufgelöst, 2004 wiedervereinigt.

Helmet – Seeing Dog Sessions

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Zur neuen Platte sagte Hamilton gegenüber Noisecreep:

Ich tue was ich tue. Und manche Menschen akzeptieren die Aufrichtigkeit darin. Ich versuche nicht, mich der Welt da draußen anzupassen. Ich suche nicht nach einem Radio-Hit. Und ich erwarte nicht, dass Rolling Stone oder MTV plötzlich sagen: ‘Wow. Die Jungs sind richtig gut’. Manche Leute ärgern sich, dass wir nicht klingen wie Emo, Metal oder Hardcore. Aber wir sind halt Helmet.

Und Helmet klingen nicht wie andere. Sie haben ihr eigenes Genre begründet. Nu Metal-Bands berufen sich gerne auf Helmet oder Prong, die Anfang der 90er Jahre einen staubtrockenen und brachialen Sound kreierten, der immer wieder ins Melancholische abdriftet.

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Die Helden dagegen haben vielleicht kein eigenes Genre begründet. Aber sie haben eine Welle losgetreten. Den Studenten-Pop der 1990er Jahre der Tocotronics, Sternen oder Blumfelds, haben sie in den 2000er Jahren auf die großen Bühnen geholt. Im Fahrwasser schipperten dann so Nasen wie Juli oder Karpatenhund, Silbermond fungierte als proletarischer Gegen-Entwurf.

Und eine letzte Gemeinsamkeit: Beide Bands können nicht covern. Helmet versuchen es mit “And Your Bird Can Sing” von den Beatles, was im Original schon anstrengend ist. Die Helden verhunzen Leonard Cohens Hallelujah.

Helden – Hallelujah

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Seufz. Dann doch lieber Helmet. Weil: Deren Knaller Wilma’s Rainbow vom Album “Betty” ist mein Handy-Klingelton.

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