Gestern vor 16 Jahren wurde die Welt Zeuge eines der tragischsten Ereignisse der Musikgeschichte: In dem Raum über der Garage seines Hauses fand man die Leiche von Kurt Donald Cobain. Jeglichen Lebenswillens beraubt, hatte sich der erst 27-jährige Nirvana-Frontmann eine dreifache Überdosis Heroin injiziert und sich mit einer Schrotflinte in den Kopf geschossen. Das unrühmliche Ende eines Rockstars, der eigentlich gar keiner sein wollte.
Bereits in frühster Kindheit litt Cobain unter psychischen Störungen, die durch die Scheidung seiner Eltern ausgelöst worden waren. Da er mit seinen Eltern und deren neuen Lebenspartnern nichts mehr zu tun haben wollte, erwuchs in ihm eine innere Frustration, die später so charakteristisch für seine Musik sein sollte. Cobain hatte nur eine Woche lang Gitarrenunterricht und auch das Singen brachte er sich selbst bei. Der Authenzität seiner Songs tat das jedoch keinen Abbruch, denn seine Wut traf bei den Kids der 1990er Jahre auf fruchtbaren Boden. So fruchtbar, dass Cobain sich nach der Veröffentlichung des Kultalbums “Nevermind” als Stimme einer ganzen Generation wiederfand. Eine Rolle, die ihn zerstören sollte.
Schon länger war bekannt, dass Cobain schwerst depressiv war und mit seinem Status als Superstar nicht klar kam. Gegen seine immer schlimmer werdenden Magenschmerzen nahm er Heroin, seine Stimmungsschwankungen bekämpfte er mit Alkohol und Psychopharmaca und wenn er mal “down” war, behalf er sich mit Kokain und Speed. Auf dem 1993 aufgenommenen MTV-Unplugged-Konzert war Cobain so geschwächt, dass er kaum eine Gitarre halten konnte. Aus seiner gebrochenen Stimme sprach die pure Verzweiflung, der letzte Hilfeschrei eines Mannes, der eigentlich nur Gitarre spielen und singen wollte. Niemals wieder hat man einen Menschen so singen hören. Und das ist auch gut so.
Nirvana (MTV Unplugged) – Where Did You Sleep Last Night?
Am 2. März 1994 wurde der komatöse Cobain in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert. Die Diagnose: Suizidversuch durch die Einnahme von Beruhigungsmitteln in Kombination mit Alkohol. Angeblich ein ”Versehen”, jedoch wussten Insider, dass Cobain bewusst versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Etwas mehr als einen Monat später hat er es dann doch geschafft – und ist paradoxerweise damit endgültig zur Legende geworden.
Das Schlimme an Legenden ist, dass man sie nicht in Ruhe lässt. Wie schon bei zahllosen Künstlern vor ihm, begann der Hype um den Helden erst so richtig, nachdem selbiger das Zeitliche gesegnet hatte. Neue Alben wurden veröffentlicht Biographien wurden herausgebracht und sogar vor den privaten Tagebucheinträgen des King of Grunge machte man nicht halt. Auch die Filmindustrie rieb sich verzückt die Hände.
Das jüngste Beispiel dafür, ist eine noch namenlose Verfilmung des Cobainschen Lebens, die auf der Charles R. Cross-Biographie “Heavier than Heaven” (2001) basieren soll. Als Regisseur wird Oren Moverman gehandelt, der im Interview mit MTV verlauten ließ, dass ein Filmscript bereits existiere. Genauere Aussagen könne er jedoch noch nicht tätigen, solange der Deal nicht offiziell stehe. Die Bezeichnung “Deal” passt hier wie die Faust aufs Auge. Warum kann man tragische Märtyrer vom Formate eines Kurt Cobain oder Michael Jackson nicht einfach ruhen lassen und sich an ihren bahnbrechenden musikalischen Hinterlassenschaften ergötzen? Die Ausschlachtung ihres Erbes wäre definitiv nicht in ihrem Sinne.

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R.I.P
Hessens beste Coverband – covert Lieder die sonst keiner kennt ….