
Dass Leinwandlegende Kevin Costner eine Affinität zum guten alten Western hegt, ist nicht erst seit seinem oscarprämierten Meisterwerk “Der mit dem Wolf tanzt” (1990) bekannt. Was viele allerdings nicht wissen ist, dass der 55-jährige Frauenschwarm aus Kalifornien dieser Liebe seit zwei Jahren auch musikalisch Ausdruck verleiht: 2008 veröffentlichte er mit seiner Band “Kevin Costner and Modern West” sein erstes Country-Album mit dem bezeichnenden Namen “Untold Truths”. Hier offenbart Costner Facetten, die man von einem Hollywoodstar seines Kalibers zunächst nicht erwartet: Die Songs klingen nach Freiheit, Demut und einer guten Portion Motoröl.
Fernab von “war on terror” und “Obamania” besingt Kevin die Ideale des “good old America” und bleibt dabei erfrischend natürlich. Ausgefeilte Bühnenshows und Showelemente sucht man bei seinen Liveshows vergeblich. Kevin und Band treten bodenständig in Jeans auf und versprühen Highway-Romantik vom Allerfeinsten. Fast könnte man meinen, dass der Sänger mit der Akustikgitarre gar nicht “der” Kevin Costner ist, sondern ein gewöhnlicher Countrysänger, der einfach nur unterhalten will und mit der Glamourwelt des Sunset Boulevard so gar nichts am Hut hat. Ein wohltuendes Gegenbeispiel in einer Zeit, in der Schauspieler zumeist lediglich durch Scientology-Mitgliedschaften oder Daueraufenthalte in der Betty-Forbes-Klinik von sich reden machen.
Der Chef schreibt selbst
Die dem Album angeschlossene Welttournee erntete durchweg positive Kritiken und ist eine Art Gegenthese zu den für gewöhnlich eher durchwachsenen musikalischen Gehversuche zahlreicher Hollywoodstars. Costner selbst schreibt auf seiner Homepage, dass er “auf der Suche nach neuen Wegen der Artikulation” war und ”nach einer intensiveren Möglichkeit mit den Fans zu kommunizieren.” Glaubt man den Kritiken und den Konzertbesuchern, scheint im das durchaus gelungen zu sein, was umso höher zu bewerten ist, wenn man bedenkt, dass große Teile der Songs sogar aus Costners eigener Feder stammen.
Nun steht Kevins zweites Album in den Startlöchern: Am Freitag, 26. Februar erscheint “Turn it on”, das musikalisch an den Vorgänger anzuknüpfen verspricht. Das lassen bereits Songtitel wie “Red River”, “Ashes Turn To Stone” oder “Moon So High” erahnen. Einen guten Einstieg in das Costnersche Schaffen bietet die Myspace-Seite der Band http://www.myspace.com/kevincostnerandmodernwest
Wem das allerdings noch nicht genug ist, der sei auf die 14 (!) Deutschlandkonzerte verwiesen, die “Kevin Costner and Modern West” im Rahmen ihrer diesjährigen Welttournee bestreiten werden. Der Mann ist eben auch noch mit 55 ein echtes Arbeitstier. Hut ab, Mr. Costner!

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