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Beethoven rockt

2010.09.16_Kinshasa_aufEs kommt nur ganz selten vor, dass ich im Kino verstohlen mein Taschentuch herausholen muss. Aber kürzlich hat mich sogar die Programmvorschau in die Abgründe des Memmendaseins verbannt. Beim Trailer zu Kinshasa Symphony ist’s passiert. Und damit ist der Film automatisch in meine Muss-ich-unbedingt-ansehen-Liste gerückt.

Dabei mag ich klassische Musik nicht einmal. Aber geschenkt. Selten haben Beethoven und Carl Orff so gerockt, wie in diesem Film. Ein Jahr lang hat Claus Wischmann mit Kameramann Martin Baer die Arbeit des Orchestre Symphonique Kimbanguiste von Kinshasa verfolgt. Das Ensemble besteht aus 200 Autodidakten und Amateuren, die auf gebrauchten oder selbst gebauten Instrumenten spielen.

2010.09.16_Kinshasa_picEs ist nebenbei bemerkt das einzige Sinfonieorchester Zentralafrikas. Und Kinshasa ist eine der chaotischsten Städte der Welt. Viele der Menschen (und Musiker) dort sind bettelarm. Von belgischen Kolonialherren einst für 200 000 Menschen gebaut, leben mittlerweile rund zehn Millionen Leute in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo.

In diesem brodelnden Moloch kämpft das Orchester um jeden Ton. Bei Proben in Dunkelheit – wenn der Strom mal wieder ausgefallen ist. Mit der deutschen Sprache -  “Alle Menschen werden Brüder”. Aber die Musikfreunde lassen sich nie unterkriegen und improviesieren gekonnter als eine Jazz-Band. Eine gerissene Saite ersetzen sie schon mal durch einen Bremszug vom Fahrrad und statt einer Glocke erklingt die Felge eines Taxis. Köstlich. Zu sehen ist das ab Donnerstag, 23. September.

Kinshasa Symphony Trailer

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