Und wieder holt mich meine Vergangenheit ein. Als hartem Hund und Chef-Rocker fällt es einem ja oft schwer zu verstehen, warum die Mädels bei irgendwelchen Pop-Bubis ständig in Ohnmacht fallen müssen. Auch ich habe dafür stets nur mühsam meine Verachtung zügeln können. New Kids on the block? Dass ich nicht lache. Take That – nee lass’ mal. Bis ich dann bei einem denkwürdigen Boygroup-Konzert in der Offenbacher Stadthalle selber umgekippt bin. Allerdings waren weniger die Hormone daran Schuld.
Es ist der 6. September 1993. Rage Against the Machine bringen gleich zwei Vorgruppen mit. Dummerweise haben wir das nicht mitbekommen. Der ersten Band zeigen wir die kalte Schulter. Für die zweite suchen wir uns ein schönes Plätzchen in Bühnenmitte – im Glauben, dass Zack und die Jungs gleich loslegen. Doch: Auf die Bühne kommen Maynard und seine Mannen von Tool. Wir sind etwa fünf Sekunden lang enttäuscht. Dann haben uns Tool im Sack. Wir gehen ab wie Schmitts Katze und schütteln alles was wir haben zum Beat.
Tool – Sober
Es ist ein Riesenspaß. Aber eigentlich keine gute Idee. Beim Headliner bin ich eigentlich schon durch. Zumal die Halle jetzt erst so richtig tobt. Bis zum achten Lied halte ich durch. Dann ist Sense. Aber bei den Sanis is’ auch ganz nett.
Rage Againts the Machine – Know Your Enemy
Und warum fällt mir das jetzt wieder ein? Ach ja: Sony Music veröffentlicht am Freitag, 28. Mai ein Rage Against the Machine-Boxset mit dem Titel „The Collection“. Diese Sammleredition beinhaltet die vier Studio-Alben “Rage Against The Machine“ (1992), “Evil Empire” (1996), “The Battle Of Los Angeles” (1999), das Cover-Album „Renegades” (2000) und die Live-CD “Live At The Grand Olympic Auditorium”. Die Alben im Mini-Vinyl-Design inklusive Booklets sind in einer sogenannten Stülpdeckel-Box verpackt. Alle, die aus unerklärlichen Gründen eine der wichtigsten Bands der 90er verpasst haben, können das Erlebnis jetzt auf einen Schwung nachholen.

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