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Zombie im Autokorso

2010.06.30_zombie_aufDiesmal wird’s blutig. Am Samstag, 3. Juli treffen in Afrika die Nationalmannschaften von Deutschland und Argentinien aufeinander.  Um 16 Uhr ist Anpfiff. Um 18 Uhr spätestens beginnt in deutschen Innenstädten – sehr wahrscheinlich – der spektakulärste Autokorso der Neuzeit. Passenderweise startet in Frankfurt zur gleichen Zeit der Zombie-Walk 2010.

Ein Zombie-Walk ist ein seltsames Schauspiel. Hier verkleiden sich Menschen als Untote und schlurfen durch die Gegend. Sie ziehen alte Klamotten an und wälzen sich in Kunstblut. Hört sich grauenhaft an, ist aber größtenteils harmlos. Bis auf den Anblick eben. Beim Autokorso ist’s bekanntlich umgekehrt. Der sieht schmuck aus, mit all’ den fröhlichen Menschen und Fähnchen. Dafür hört sich der Korso – tatsächlich – grauenhaft an. Hupen, Grölen, Vuvuzela blasen.

Es ist also einer dieser Tage, an dem Normalbürger getrost zu Hause bleiben. Wer sich aber ins Getümmel stürzen möchte, bitte sehr. Kleiner Tipp: Um 10 Uhr morgens schonmal per Handtuch einen Platz in der Public Viewing-Arena reservieren. Dann einen Parkplatz in der Nähe suchen, um per Karre gleich in den Korso stürzen zu können.

Zombie-Treffen ist zwischen 18 und 19 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof. Der Marsch beginnt um 19 Uhr und führt durch die Innenstadt zur Zombiesammelstelle Alte Oper – wo sich bis Freitag noch die Yuppies (auch eine Art Zombie) abends auf dem Opernplatzfest vergnügen. Im Anschluss schlurfen die Untoten zur After-Show-Party in den Club Final Destination. Dort erhalten Zombies gar ermäßigten Eintritt. Meldet das Magazin Mindbreed.

Eine kleine Horrorstory

Als Zombie bezeichnen Experten (Wikipedia) übrigens die Figur eines zum Leben erweckten Toten (Untoter) oder eines seiner Seele beraubten, willenlosen Wesens. Der Begriff leite sich von dem Wort nzùmbe aus der zentralafrikanischen Sprache Kimbundu ab und bezeichnet dort ursprünglich einen Totengeist. Die Furcht, die Toten könnten in die Welt der Lebenden zurückkehren, sei eine der Ur-Ängste der Menschheit.

Nun kommen sie also tatsächlich ans Tageslicht. Den ersten offiziellen Zombiewalk haben die Untoten in Toronto hingelegt. Im Oktober 2003 fanden sich aber nur sechs Walker am Versammlungsort ein. Kanada halt. Das Land ist einfach zu groß. Zombies gibt’s da bestimmt einige, aber bis die mal zum vereinbarten Treffpunkt geschlurft sind, ist der G20-Gipfel wieder vorbei. Und selbst den haben die Staatschefs diesmal irgendwie vor lauter Fußball kucken verpasst.

Ins Guinness-Buch der Rekorde hat es dagegen das 2006er-Treffen in Pittsburgh USA geschafft. 894 lebende Tote sind da durch die Straßen der Stadt gewankt. Einen politischen Hintergrund hätten die Läufe aber nicht, sagen die Veranstalter. Es sei ein Nonsens-Event, eine fröhliche Zusammenkunft gleichgesinnter Menschen. Wer da schon wieder an den G20-Gipfel denkt, ist selber schuld.

Und weil’s so schön passt: Hier noch ein alter Track von Rob Zombie.

Everybody Scream

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