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So klingt der Sommer

2010.06.15_Sommerwerft_aufEs ist ein Gespenster-Event: Junge Menschen tanzen und drehen sich zu – ja was denn? Zu hören ist nichts. Weit und breit absolute Stille. Aber die jungen Menschen tanzen trotzdem – weil sie den Beat über Kopfhörer vernehmen. Zu beobachten ist das Phänomen jedes Jahr wieder auf der Weseler Werft am Frankfurter Osthafen. Bei der Sommerwerft, dem Theaterfestival am Fluss, ist die lautlose Kopfhörer-Disco fester Bestandteil des Programms.

Aber Geistertanz ist ja nur eines der vielen lustigen Dinge, die die Sommerwerftler von Freitag, 18. Juni bis Samstag, 3. Juli, täglich ab 17 Uhr, auf die Beine stellen. Das Programm ist umfassend. Das Herzstück ist natürlich das Schauspiel-Spektakel. Schließlich ist das Antagon Theater Hauptausrichter der tollen Tage am Main. Seit 20 Jahren bereichert die Gruppe Stadt, Land und Kontinent mit freiem Thetaer, Straßentheater und absurden Performances.

Das Bild oben (von Michael Schick) zeigt zum Beispiel das Stück “Orlando Furioso”, den ersten Streich des Festivals in diesem Jahr. Antagon führt den Orlando am Freitag, 18. Juni, ab 21.45 Uhr zusammen mit Freunden aus Italien (Teatro Nucleo) auf. Das Stück ist eine krude Mischung aus Slapstick, Passionsspiel und babylonischer Sprachverwirrung, angesiedelt an einem Filmset.

Freies Spiel für alle

Der Anspruch von Antagon ist es, der Gesellschaft die Volkskultur Theater zurückzugeben, die von Film und Fernsehen verdrängt worden sei. Die Philosophie könnte man so formulieren: Theater ist keine pompöse Veranstaltung in schmucken Sälen für eine bestimmte Zielgruppe. “Zwischen Theater und einer Institution sehe ich einen Widerspruch”, sagt der Chef der Truppe Bernhard Bub. Der richtige Ort für Theater sei kein Haus, sondern die Straße, “wo keiner Eintritt zahlen muss und jeder hingehen kann, egal welcher Kultur und Sprache”.

Orlando Furisoso – Antagon und Nucleo

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Gingko – Antagon Theater

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Oase für Folkies

Nun denn, wem’s gefällt. Lustig ist das Ganze schon. Hingehen lohnt sich also. Zumal es auch noch das Beduinenzelt gibt. Hier kommen besonders Freunde der ruhigeren Musik auf ihre Kosten. Ruhig nicht, weil die Klänge über den Kopfhörer gehen. Sondern weil im Zelt vor allem Singer-Songwriter und Folkies auftreten. Gerne auch mal eine Rockband unplugged.

Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Was aber noch wichtiger ist: Die Atmosphäre im Zelt ist unglaublich dicht. Dicke Luft im positiven Sinne, das Publikum ist nah an der Bühne, die Künstler nah am Herzen. Den Auftakt machen am Freitag die Eiskönigin Lucid aus Frankfurt, zusammen mit den Jungs vom Ramschladen (FFM) und Borgenine (Offenbach). Tipp für Hessenrocker: Philly Long ist auch dabei (Freitag, 2. Juli, 19 Uhr). Hier geht’s zum Gesamtprogramm.

Lucid – Ice Queen

http://myspacetv.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=2015554948

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