Massive Attack im Rammstein-Duktus?
Ihr habt ja bestimmt alle das Pussy-Video von Rammstein gesehen – oder zumindest davon gehört. Gezielte Provokation, im wahrsten Sinne des Wortes gepaart mit Voyeurismus auf unserer Seite des Bildschirms.
Nun schlagen Massive Attack, die Downbeat-Triphop-Legenden aus Bristol, vordergündig in die selbe Kerbe. Auch ihr Video ist irgendwie Porno, aber künstlerisch auf einer ganz anderen Ebene. Sie zeigen eine Dokumentation zu ihrem aktuellen Titel ”Paradise Circus”. Der Track knüpft mit seinem entspannt schwebenden Flow an die Vier-Track-EP ”Splitting The Atom” an, die bereits als Vorbote auf ”Heligoland” fungierte.
Zwischen explizite Sequenzen aus dem Pornofilm ”The Devil In Miss Jones” fügte Regisseur Toby Dye Interviewbekenntnisse der heute 73-jährigen Hauptdarstellerin Georgina Spelvin ein, die in der Retrospektive eindrücklich beschreibt, weshalb man sein Innerstes vor der Linse nach außen kehrt – die Geilheit auf den nimmermüden Ständer der Kamera: ”When there’s a camera running, it’s so thrilling! God help me, I love the camera!”
Wer’s auch mal sehen will: Hier ist der Clip: http://stereogum.com/archives/video/new_massive_attack_video__paradise_circus_feat_ho_105501.html